Schrecksekunden am FMO

Am Flughafen Münster/Osnabrück hat eine vollbesetzte Ryanair-Maschine heute (Di., 21.05., 13:10 Uhr) eine Sicherheitslandung durchgeführt. Die Boeing 737/800 war mit 189 Passagieren im Landeanflug, als es Fehlermeldungen im Cockpit gab: Die Landeklappen ließen sich nicht richtig ausfahren.

© RADIO RST

Der Pilot hat den Flieger nach den Vorschriften für eine Luftnotlage sicher heruntergebracht. Danach ist sie ganz normal zum Terminal gerollt, wo die Fluggäste ausstiegen, wie immer, sagte uns ein FMO-Sprecher. Die Maschine wird jetzt gründlich gecheckt, bevor sie wieder eine Starterlaubnis bekommt.

Großaufgebot am FMO

Wegen der möglichen Luftnotlage ist ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst aus allen Richtungen zum FMO gefahren. Neben der Flughafenfeuerwehr waren Feuerwehr und Rettungsdienst aus dem ganzen Kreis Steinfurt, aus Münster und dem Kreis Warendorf alarmiert. Sie sind ohne Einsatz wieder abgerückt.

FMO-Sprecher: "Alles vorschriftsmäßig gelaufen"

Die Sicherheitskonzepte für solche Fälle haben funktioniert. Ursprünglich war die Landung der Maschine aus Palma de Mallorca für 12:35 angekündigt – gelandet ist sie dann um 13:10. Als klar war, dass die Landeklappen nicht richtig funktionieren, informierte der Pilot den Tower und ging zunächst in einen Überflug in 1.500 Metern Höhe über den Airport. Dann bog er nach Süden ab und kreiste über Hamm. Gleichzeitig probierte er die Landeklappen aus.

Sicherheitslandung - keine Notlandung

Sie fuhren nicht komplett aus und das löste das vorgegebene Notfallszenario aus: Alarm für Feuerwehr und Rettungsdienst. Es werden so viele Kräfte und Rettungswagen angefordert, wie nötig sind, um im Ernstfall 50 Schwerverletzte sofort zu versorgen. Der Pilot bracht die Maschine sicher herunter und brauchte nur ¾ der Landebahn, obwohl er sehr schnell hereinkam. „Das werden bange Sekunden für die Crew gewesen sein,“ sagte der FMO-Sprecher – und auch die Passagiere werden es wohl mitbekommen haben. Ein ähnliches Szenario hatte es im November schon einmal am FMO gegeben – auch damals ging alles gut.

Mallorca-Reisende gut fünf Stunden „gestrandet“

Die gestrandeten Mallorca-Reisenden, deren Flug eigentlich um 13:00 Uhr ging, brauchen noch Geduld bis 17:30 Uhr. Für sie kommt eine Ersatzmaschine aus Manchester. Um 16 Uhr trifft am FMO ein Ryanair-Techniker aus London ein – mit einem Learjet mit eingebauter Werkstatt voller Spezialtechnik. Er repariert die Landeklappen an der Boeing 737/800. Die reparierte Maschine fliegt dann um 19:10 Uhr nach Manchester.

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