Kampagne gegen Überregulierung
Veröffentlicht: Freitag, 22.01.2021 13:45
Überfüssige Bürokratie - Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, Volksbanken und Sparkassen zeigen, wo es hakt. Neun Video-Sketche treiben die krassesten Fälle auf die Spitze.

„Bevor wir den Sturmschaden reparieren, brauchen wir Fotos für die Versicherung. Weil das hier nur mit der Drohne geht, brauchen wir eine Fluggenehmigung und den Start melden wir der Polizei – vorher geht gar nichts.“ Sagt kein Comedian und auch kein Betrüger sondern ein Dachdecker – und der hält sich nur an die Regeln. Szenen wie diese gibt es in neun kurzen Video-Sketchen zur Kampagne "Bürokratie - Nein Danke! #einfachmachen. Ein Gemeinschaftsprojekt der Kreishandwerkerschaft mit Sparkassen und VR-Banken aus der Region. "Überreglementierung schadet,“ sagt Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft.
Als Kund*innen bekommen wir kaum mit, warum es immer länger dauert und immer teurer wird: Immer mehr Papierkram bremst das Handwerk aus. Zuviel Bürokratie nervt nicht nur, sie kostet Zeit und Geld - auf beiden Seiten.
Auch Markus Krabbe kennt das Thema rauf und runter. Als Geschäftsführer der Bäckerei Triffterer in Neuenkirchen ist er ständig im Spagat zwischen dem was gefordert ist und dem, was machbar ist.
Das Handwerk stehe im Spagat zwischen deutschem Recht, EU-Recht und den ganzen Verordnungen dazu. Kilometerweise Formulare, die in Ordner wandern: dokumentieren, deklarieren, kontrollieren. Zu viel Bürokratie bremst, vor allem, wenn es eilig ist, so die Initiatoren der Kampagne.
Mit der Kampagne bringen die Kreishandwerkerschaft, die Sparkassen und VR-Banken das Thema an die Öffentlichkeit. "Klar ist die Corona-Pandemie zur Zeit das beherrschende Thema," sagt Frank Tischner, Chef der Kreishandwerkerschaft. "Doch auch die ist irgendwann vorbei und dann ist es gut, besser aufgestellt zu sein." Markus Krabbe sieht es genauso.
Und das schon, bevor wir an der Kasse gefragt werden, ob wir den Bon überhaupt haben möchten. „Auch so ein Thema, das keiner braucht,“ findet Markus Krabbe.
Im Extremfall führe die Überreglementierung dazu, dass der Kunde eine vierseitige Datenschutzerklärung unterschreibt, bevor er eine Torte bestelle. Solche Beispiele treiben die Initiatoren in Kurz-Videos humorvoll auf die Spitze. Gesamtgesellschaftlich sei der Mehraufwanbd im Büro dagegen gar nicht witzig, meint Frank Tischner. Er macht sich auch Gedanken um die nächste Generation im Handwerk.