
Ibbenbüren: Zweite Sprengung am Kraftwerk
Am ehemaligen Steinkohlekraftwerk in Ibbenbüren steht wieder eine große Sprengung an. Am Sonntag (22.02.2026) um 11 Uhr werden der Schornstein und weitere Anlagen in sich zusammenfallen. Auf dem Gelände plant das Unternehmen Amprion einen riesigen Strom-Konverter. Die zweite Sprengung ist unser "Thema der Woche aus der Region".
Veröffentlicht: Dienstag, 17.02.2026 19:36
Der Schornstein des ehemaligen Steinkohlekraftwerks in Ibbenbüren ist 275 Meter hoch. Und ein Wahrzeichen für die Stadt. Wenn alles klappt, zerfällt er am Sonntag (22.02.2026) in mehrere Teile. Auch die Rauchgasentschwefelungsanlage und die Entstickungsanlage werden gesprengt, teilt die Firma Hagedorn mit. Das Abbruchunternehmen hat das Kraftwerksgelände vor drei Jahren übernommen. In diesem Sommer will es mit dem Rückbau fertig sein.
Erste Sprengung im April 2025
Im letzten Frühjahr war das Kesselhaus des ehemaligen Kraftwerks gesprengt worden. Der riesige Kühlturm fiel mit Hilfe von Stahlseilen in sich zusammen. Viele Schaulustige aus der Region verfolgten am 6. April 2025 diesen besonderen Moment. Damals war alles weitgehend nach Plan gelaufen. Auch RADIO RST war vor Ort. Dieses Mal wird auch wieder ein RADIO RST-Reporter dabei sein und berichten.
Etwa 600 Menschen verlassen ihr Zuhause
Von der Sprengung am Sonntag sind etwa 600 Menschen betroffen - Anwohnende und die Bewohnerinnen und Bewohner der benachbarten Flüchtlings-Unterkunft des Landes. Bis 8 Uhr sollen alle die eingerichtete Sicherheitszone verlassen. Die Abbruchfirma werde ein Zelt aufstellen, in dem Anwohnende die Sprengung verfolgen können. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes werden mit Bussen in eine Turnhalle gebracht. Polizei und Ordnungsamt kontrollieren vor der Sprengung, ob alle Personen den Sperrbereich verlassen haben.
Von der Evakuierung betroffene Häuser
Laut Stadt Ibbenbüren werden folgende Häuser evakuiert:
Alpenstraße 125, 127, 132, 141, 142, 143
Höhenstraße 17, 19, 19a, 21, 23, 24, 25, 26, 28, 30, 31, 33, 35, 38, 39, 40, 48, 50, 50a, 52, 54, 64
Osnabrücker Straße 136, 138, 139, 141, 142, 143, 148, 150, 152, 156, 158, 170
Rochusstraße 55, 57, 59, 61, 63, 65, 75, 121
Schafberger Postweg 25, 27, 29, 31, 40, 44, 45, 47, 49, 51, 52, 75, 77
Schwarzer Weg 3, 10, 12, 14, 16, 35, 37, 45
Zechenstraße 10
Geschichte des Ibbenbürener Kraftwerks
Das Kraftwerk auf dem Schafberg ging 1985 an das Netz. Es sollte die Zukunft der benachbarten Steinkohlezeche sichern. Doch der deutsche Steinkohlebergbau war langfristig gegenüber dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig. Nach massiven Subventionen durch den Staat schloss die Zeche im Jahr 2018. Zwei Jahre später folgte der Kohleausstieg. Das Kraftwerk ging 2021 vom Netz.
Konverter statt Kraftwerk in Ibbenbüren
Auf dem Gelände plant die Firma Amprion einen riesigen Konverter. Die Anlage soll Windstrom von der Nordsee umwandeln und in das Stromnetz einspeisen.

