Biohöfe im Kreis Steinfurt haben es schwerer

Bio-Produkte werden in den Supermärkten immer beliebter. Gleichzeitig profitieren Höfe im Kreis Steinfurt kaum davon. Trotzdem bleiben sie optimistisch.

Eine Frau steht im Supermarkt und schaut in ein Regal.

Der Umsatz bei Bio-Produkten ist zuletzt um acht Prozent gestiegen. In den Supermärkten stehen die Regale voller Bio-Produkte. Trotzdem ist die wirtschaftliche Lage bei Höfen in unserer Region „eher angespannt“, sagt Biobauer Rudolf Overesch aus Burgsteinfurt. In NRW haben im letzten Jahr 19 Betriebe, die dem Verband Bioland angehört haben, aufgegeben. Rudolf Overesch sagt, dass die regionalen Höfe internationale Konkurrenz haben: „Die großen Supermärkte, Aldi, Lidl und Co., wollen einfach große Mengen haben. Denen ist das völlig egal, ob das Produkt direkt vor der Haustür irgendwoher kommt oder von sonst woher. Der Betrieb vor Ort ist denen völlig egal.“ Betriebe im Ausland produzieren mehr und günstiger. Das macht sie für Supermärkte attraktiver.

Bio aus der Region schmeckt besser

Wir schmecken den Unterschied zwischen Bio-Produkten aus der Region und massenhaft hergestellten Produkten auf jeden Fall. Das meint Andreas Bauer. Er führt den Weidenhof in Lengerich. Gleichzeitig weiß auch er, dass die Biohöfe im Kreis Steinfurt vor Herausforderungen stehen. Deshalb müssten sich Höfe in der Region immer etwas Neues einfallen lassen: „Wir machen den Einkauf ganz bequem. Wir liefern unseren Kundinnen und Kunden unser Vollsortiment im Biobereich direkt bis vor die Haustür zu einem guten Preis und kooperieren dabei auch viel mit anderen Betrieben in unserer Nachbarschaft, die so einen Lieferdienst nicht haben, und haben dadurch erfolgreich die Direktvermarktung ausbauen können.“ Der Weidenhof ist damit ein Positivbeispiel dafür, wie Höfe aus dem Kreis Steinfurt sich gegen globale Hersteller behaupten können. Deshalb zieht Andreas Bauer das Fazit: „Ich blicke auch optimistisch in die Zukunft, denn ich bin ganz, ganz sicher: Trotz all der Herausforderungen sind Vielfalt, Nachhaltigkeit und Regionalität ein brandheißes Thema. Daran sind die Leute interessiert – mehr denn je – und das müssen wir bedienen.“

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