Personalmangel in Musikschulen

Die neue MiKADO-Musik-Studie sorgt für Aufsehen – sie sagt klar: Wenn nichts passiert, fehlen in den nächsten Jahren tausende Lehrkräfte an Musikschulen in Deutschland. Das hat auch Folgen für Familien und Musikschulen im Kreis Steinfurt.

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Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr Musikschullehrkräfte in Rente gehen, als Nachwuchs aus den Hochschulen nachkommt. Sie warnt davor, dass viele Kinder und Jugendliche dann keinen Platz im Musikunterricht mehr bekommen könnten.

Als Gründe werden unter anderem genannt: oft zu geringe Bezahlung, unsichere Jobs auf Honorarbasis und Studiengänge, die stärker künstlerisch als pädagogisch ausgerichtet sind. Die Autoren fordern deshalb mehr feste Stellen, attraktivere Bedingungen und mehr Pädagogik im Musikstudium.

So sieht es im Kreis Steinfurt aus

Im Kreis Steinfurt zeigt sich: Die Lage ist ernst – aber sehr unterschiedlich von Schule zu Schule. Die Musikschule Greven-Emsdetten-Saerbeck berichtet von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, besonders in der musikalischen Früherziehung. Zudem hängt es stark vom Instrument ab, ob Lehrkräfte zu finden sind oder nicht.

Die Musikschule Steinfurt bestätigt den Personalmangel ebenfalls. Die Musikschule arbeitet ohne Honorarkräfte – alle Lehrkräfte sind fest angestellt. Um Lücken zu schließen, beschäftigt sie zusätzlich Studierende; bemängelt werden die schlechte Bezahlung nach abgeschlossenem Studium und eine Ausbildung, die zu wenig pädagogische Inhalte bietet.

Bei der Musikschule Ibbenbüren-Hörstel ist die Lage derzeit noch entspannt, sie beschreibt sich „personell noch gut aufgestellt“. Gleichzeitig gehen in den nächsten zehn Jahren 14 Pädagoginnen und Pädagogen in den Ruhestand, und schon jetzt ist die Neubesetzung im Elementarbereich schwierig. Auch hier gibt es ausschließlich fest angestellte Lehrkräfte, ergänzt um Studierende, die helfen, Engpässe abzufedern. Mit internen Fortbildungen versucht die Schule, flexibel zu bleiben, falls bestimmte Fachkräfte kurzfristig fehlen.

Eine andere Perspektive bietet die Musikschule Rheine: Dort sind aktuell alle 36 Stellen besetzt, die personelle Situation wird als „sehr gut“ beschrieben. Die Leitung blickt auch in die Zukunft optimistisch und sieht zwei klare Vorteile: die Nähe zu den Hochschulstandorten Münster und Osnabrück – und die Attraktivität der eigenen Schule als großer Arbeitgeber für Absolventinnen und Absolventen. Gleichzeitig verweist auch Rheine darauf, dass der bundesweite Trend aus der MiKADO-Studie ernst zu nehmen ist: Insgesamt gehen deutlich mehr Lehrkräfte in den Ruhestand, als Nachwuchs nachkommt.

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