Lockdown auch für die Bildung

Die Pandemie zeigt deutliche Defizite in unserem Bildungssystem auf. Wir haben in einem großen Interview mit Bildungsministerin Karliczek aus Brochterbeck über Folgen des Lockdowns für Schüler:innen gesprochen.


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„Die Coronapandemie zeigt Fehler auf, die schon vorher in unserem Bildungssystem vorhanden waren“, so fasst es Prof. Dr. Dominik Krinninger vom Institut für Erziehungswissenschaften an der Uni Osnabrück zusammen. Diese Mängel wirken sich vor allem auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen aus. Sie leiden unter dem Lockdown, der nur schleppend voranschreitenden Digitalisierung und unter dem mangelnden Kontakt zu Mitschüler:innen und pädagogischem Fachpersonal.

In einem großen Interview haben wir mit unserer Bildungsministerin Anja Karliczek aus Brochterbeck über das schwächelnde Bildungssystem in Deutschland gesprochen. Und es passt gut ins Wahljahr, da sie selbst meint „ab jetzt geht es nur noch bergauf.“ Dabei soll das neue "Aufholprogramm" helfen. Mit Zwei-Milliarden-Euro werden Nachhilfe- und Sozialmaßnahmen finanziert, um die Corona-Langzeitfolgen für Kinder und Jugendliche abzumildern. Etwas spät, sagen kritischen Stimmen, denn wir hatten doch ein Jahr Zeit. Christian aus Lengerich formuliert es noch deutlicher und fragt Frau Karliczek - warum ist die Pandemie im letzten Jahr auf den Schultern der Eltern ausgetragen worden?

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Wie schaffen wir es, die Pandemie und das Homeschooling gemeinsam zu bewältigen, wenn die digitalen Hilfsmittel versagen und besonders der persönliche Kontakt unter dem Lockdown schwächelt? Hier räumt Karliczek durchaus Fehler seitens der Regierung ein.

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Wie in Kontakt bleiben mit Mitschüler:innen und auch sich selbst? Lernen, Pubertät, Lockdown – Laborbedingungen für psychische Erkrankungen. Kinder und Jugendpsychologen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Kinder mit zum Beispiel einer Angststörung zu helfen, damit sie sich nicht komplett isolieren und in der Schule abgehängt werden.

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Ein großes Problem: Viele Kinder und Jugendliche leben in der ständigen Sorge, etwas falsch zu machen, meint zumindest Claudia Gentzsch. Deshalb wären Lockerungen in den Kontaktbeschränkungen gerade für Jugendliche für sie diskutabel.

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Dass die Kinder unter Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren leiden, macht auch Prof. Dr. Dominik Krinninger vom Institut für Erziehungswissenschaften an der Uni Osnabrück deutlich.

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Deshalb sind aus Krinningers Sicht Integration und Inklusion in diesen Zeiten umso mehr zu beachten. Entsprechende Familien gehört es zu schützen und zu unterstützen, gerade beim Aufholprogramm.


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„Wir wollen nicht was Neues auf die Beine stellen, sondern das nutzen, was wir haben“, so hat sich Bildungsministerin Karliczek bei „Hart aber fair“ in dieser Woche geäußert. Professor Krinninger zeigt dafür Verständnis.

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 Unser gesamtes Interview mit Frau Karliczek findest du hier in einem Podcastformat für dich aufbereitet.

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