Gesprächsstrategien gegen Diskriminierung

"Ich bin nicht rechts, aber..." - diesen Satz hat jeder so oder so ähnlich schon einmal gehört. Und darum geht es dieses Woche in unserer Reihe "Think Global - Act Local". Jeden Mittwoch widmen wir uns einem globalen Thema oder Problem, das auch die Menschen in der RADIO RST-Region bewegt.

Wir leben in Zeiten, in denen Rechtspopulisten bei Wahlen Rekordwerte erzielen und die Gesellschaft eine geteilte Meinung zu den vielen Geflüchteten im Land hat. Da fällt es schwer, zwischen Menschen zu unterscheiden, die einfach nur enttäuscht von der Politik sind und denen, die nach rechts driften. Kommunikation, miteinander ins Gespräch zu kommen, hilft Vorurteile abzubauen. Worte sind der Schlüssel, um eine Brücke zu schlagen zwischen Menschen - auch wenn sie eine andere Meinung haben. Doch Gespräche mit rechtspopulistischen Gesprächspartnern werden schnell zur Bühne für rassistische und menschenfeindliche Parolen. Was ist, wenn ich einen Nachbarn habe, der vorgibt, nicht rassistisch zu sein, der jedoch sagt, die türkische Familie im Haus gegenüber gehe gar nicht? Was ist mit den zum Teil jungen, enttäuschten Wählern, die der Politik einen Denkzettel verpassen möchten und deshalb Rechtspopulisten ihre Stimme geben? Auch hier ist Reden ein Schlüssel, um im besten Falle das Gegenüber zum Nachdenken zu bringen.

Strategien gegen rechts

Tipps für ein solches Gespräch gibt unter anderem die Jugendorganisation der Gewerkschaft Ver.di auf ihrem Portal "Hinschauen und Eingreifen". Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

 

1.      Schaffe dir Verbündete

Niemand steht gern allein mit seiner Meinung da, greife die Argumente von Kollegen auf und nutze sie. So schaffst du eine sichere Ebene für dein Gespräch.

 

2.      Argumentiere konkret

Frage dein Gegenüber doch einfach mal, woher er das so genau weiß. Frage ihn nach seinen Quellen. Er kommt ins Nachdenken, das Gespräch wird entschleunigt.

 

3.      Bleib ruhig

Mit einer ruhigen besonnen Art wirst du eher ernst genommen. Außerdem wird das Gespräch nicht unnötig aufgeheizt.

 

4.      Bremse Stammtischparolen aus

Hake bei rassistischen Parolen ein. Vielleicht schaffst du es, deinen Gegenüber mit einem gezielten Kommentar in Erklärungsnot zu bringen.

 

5.      Nein zu körperlichen Auseinandersetzungen

Eine starke und selbstbewusste Körperhaltung ist viel mehr wert als ein blaues Auge.

 

6.      Ein Rückschritt ist manchmal ein Fortschritt

Fehlen dir die Argumente? Vielleicht versuchst du es zu einem anderen Zeitpunkt nochmal.

Die ausführlichen Strategien der Ver.di Jugend findest du hier.


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