Westumgehung Emsdetten
Veröffentlicht: Montag, 06.11.2023 15:54
Das Planverfahren zu umstrittenen Westumgehung für Emsdetten ist einen Schritt weiter. Bis Mitte November liegt der Planfeststellungsbeschluss für die knapp sechs Kilometer lange Umgehungsstraße öffentlich aus.

Das Projekt K53n ist seit Tag eins vor 30 Jahren umstritten: Zu den Befürwortenden gehören vor allem Menschen, die an der Reckenfelder Straße im Westen Emsdettens wohnen und sich von der Umgehungsstraße weniger Verkehr, Lärm und Schadstoffe erhoffen. Die BI "Pro Westumgehung" mit ihrem Erkennungszeichen, dem roten "W", ist eine der wenigen Bürgerinitiativen in Deutschland FÜR eine Umgehungsstraße. Gegnerinnen und Gegner sind vor allem Umweltverbände und die Grünen im Kreistag, deren Ziel es ist, das Projekt zu stoppen. Eine Mehrheit dafür gibt es bisher nicht.
Umwelt- und Kostenargumente gegen die Westumgehung
Die geplante Westumgehung galt 2010 schon einmal als gescheitert, als der damalige Landrat Thomas Kubendorff, CDU, sie aus Kostengründen für beendet erklärte. Jetzt, nach 14 Jahren Planen, Umplanen und Streit, ist der Kreis Steinfurt als Baulastträger wieder am Zug - und hat es nach all den Jahren mit einer deutlich höheren Kostenprognose zu tun.
Kreis Steinfurt/Stadt Emsdetten: "Erstmal Klagefrist abwarten"
"Jetzt warten wir erstmal ab, ob noch einer gegen das Projekt klagt," sagte Kreisbaudezernent Carsten Rehers auf RADIO RST-Nachfrage. Das wäre dann eine Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die Bezirksregierung als Planungsinstanz. Die Klagefrist ist kurz - Rehers rechnet daher noch in diesem Jahr mit Klarheit. Ohne Klagen würde es an die Ausführungsplanung gehen.
Ohne Klagen geht es wohl nicht
Dass es ohne Klagen geht, damit rechnet nach den Erfahrungen der letzten Jahre indes niemand - auch bei der Stadt Emsdetten nicht, sagt der technische Beigeordnete Martin Dörtelmann. Im Rat gibt es eine breite Mehrheit für die Westumgehung. Der Planfeststellungsbeschluss werde mehrheitlich als Meilenstein gewertet. Die Grünen im Rat und Emsdettens Bürgermeister Oliver Kellner (Grüne) sehen das anders. Wie lange Klagen, ob von Verbänden, Grundstückseigentümerinnen oder -eigentümern oder auch Einzelpersonen, das Projekt hinauszögern würden, vermag auch Dörtelmann nicht zu sagen. Die Lager in Emsdetten sind klar getrennt und Gegnerschaft bleibt Gegnerschaft.
Abwarten, was der Kreis plant
Der Stadt Emsdetten geht es jetzt erstmal darum, sich mit dem Kreis Steinfurt abzustimmen und zu erfahren, was in Steinfurt als nächster Schritt geplant ist. Das Thema K53n Westumgehung Emsdetten steht im nächsten Kreis-Bauausschuss am kommenden Montag (13.11.) auf der Tagesordnung. Dann wird es auch um die Eingaben der Grünen gehen.