Resolution gegen Kibiz-Reform

In Rheine sorgt die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes in NRW, kurz KiBiz, für Diskussionen. Politik, Verwaltung und Kita-Träger kritisieren den Entwurf als unzureichend und arbeiten deshalb gemeinsam an einer Resolution.

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Fachleute laufen schon länger Sturm gegen die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes in NRW – kurz KiBiz. In Rheine bekommt das Thema jetzt mehr Öffentlichkeit und verlässt damit die reinen Fachkreise. Große Einigkeit unlängst im Jugendhilfeausschuss: Die Kibiz-Reform der Landesregierung ist bestenfalls ein „Reförmchen“ und wird die Probleme in den Kitas nicht lösen, hieß es dort. Politik, Verwaltung, Träger und Fachleute haben sich gegenseitig Recht gegeben. Jetzt ist eine Resolution gegen den Gesetzentwurf in Arbeit. „Auch wenn das unmittelbar nichts ändern wird, ist es wichtig, dass die Landespolitik mitkriegt, was sie mit ihrer Reform an der Basis auslöst“, sagt Rheines Beigeordneter Raimund Gausmann.

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Kritik gibt es auch an den geplanten Randzeiten: Dort könnten weniger qualifizierte Kräfte eingesetzt werden – das gefährde die Qualität, besonders für Kinder mit höherem Förderbedarf. Und es gibt die Sorge, dass die Reform, statt mehr Flexibilität zu schaffen, den Fachkräftemangel noch verschärft. Dann hatte Gausmann noch gehofft, dass der Wildwuchs an Fördertöpfen wegfällt, um Bürokratie abzubauen und alles überschaubarer zu machen.

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Was den Kritikerinnen und Kritikern in Rheine außerdem fehlt, ist der Blick nach vorn: Wie reagiert das Land auf sinkende Kinderzahlen durch den demografischen Wandel? Für Gausmann ist die Reform eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die eine zukunftsfähige Lösung verdient. Sowas muss durchdacht sein.

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Viel zu tun - darum also die Resolution. Petra Fettich vom Vorstand Kindertagesbetreuung bei „Lernen fördern“ begrüßt es, dass alle Beteiligten daran zusammenarbeiten - endlich.

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"Und das Risiko liegt ausschließlich bei den Trägern. Das können wir allein so nicht stemmen,“ sagt Petra Fettich. Kritikpunkte an der KiBiz-Reform gibt es viele: Randzeiten mit weniger qualifizierten Kräften, verschärfter Fachkräftemangel, fehlender Bürokratieabbau und unzureichende Finanzierung trotz Milliardensummen, denn die gehen in die falsche Richtung. Petra Fettich findet es wichtig, dass die Reform durch die Resolution in Rheine so viel Öffentlichkeit bekommt. 

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