Raus in die schöne Natur?

Auch im Kreis Steinurt gehen immer mehr Menschen rücksichtslos mit der Natur um. Umweltschützer:innen finden es paradox, dass es Menschen in die Naturschutzgebiete zieht und sie da dann zelten, grillen und ihren Müll liegen lassen.

© Kreis Steinfurt

Ein weiteres Problem sind Wander-Apps, die illegale Pfade durchs Naturschutzgebiet als offizielle Wanderwege angeben, zum Beispiel am Canyon in Lengerich. Oft werden auch einfachste Regeln nicht eingehalten, wie Hunde anzuleinen oder auf den Wegen zu bleiben.

Verhängnisvolle "Liebe" zur Natur

Wer in Naturschutzgebieten die Wege verlässt oder Hunde frei laufen läßt, richtet oft Schaden an, ohne es zu merken: Pflanzen werden zertrampelt, Tiere aufgeschreckt, Gelege von Vögeln am Boden zerstört. Die Tierwelt zieht sich aus solchen Gebieten zurück. Besonders zieht es Ausflügler:innen ans Wasser - immer häufiger mit schweren Folgen für Uferbereiche wie die Emsaue in Greven, Emsdetten oder Rheine. Oft haben die Ranger des Kreises beobachtet, dass Leute sogar mit dem Auto über gemähte Flächen bis an die Ems fahren, um dort zu grillen oder auch zu zelten, heißt es bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt.

Für Umweltfrevel drohen Bußgelder

All das ist illegal und es drohen Bußgelder. Der Kreis Steinfurt stellt jetzt mehr Hinweisschilder auf, in der Hoffnung, dass wenigstens einige sich dann anders verhalten. Wer einer App vertraue, wisse oft nicht mal, dass das eigene Verhalten gerade falsch ist. Bei anderen hilft auch gut zureden nicht mehr: Immer öfter werden Ranger angepöbelt oder bedroht, wenn sie Menschen auf ihr Fehlverhalten ansprechen. Entwickelt es sich weiter in diese Richtung, wird die Konsequenz sein, dass besonders schutzbedürftige Gebiete demnächst gesperrt sind. Die Mehrheit würde damit unter den Fehlern einiger leiden - wieder mal.

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