275 Meter fallen – Ibbenbüren erlebt einen historischen Moment
Veröffentlicht: Sonntag, 22.02.2026 11:59
Kurz nach 11 Uhr war es so weit: Der 275 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Kohlekraftwerks ist kontrolliert gesprengt worden – und mit ihm verschwand ein Stück Skyline im Tecklenburger Land. Wir haben den Moment live begleitet: Sören Harting und Kathleen Berger moderierten den Vormittag im Studio, Reporter Dominik Starcke stand direkt vor Ort am Kraftwerksgelände. Kurz nach elf kommentierte er live on air die Sprengung – Sekunden, die viele im Kreis Steinfurt am Radio verfolgt haben.

Sekunden, die Geschichte schreiben
Ein dumpfer Knall, dann faltete sich der Schornstein in sich zusammen. Gezielt vorbereitet in mehreren Sprengzonen, zerlegte sich das Bauwerk kontrolliert in Segmente. Staub stieg auf – und danach war es plötzlich still. Der verantwortliche Sprengmeister zeigte sich nach dem Einsatz sichtlich erleichtert und glücklich. Für ihn war es die erste Sprengung in dieser Größenordnung. Sein Fazit: Alles ist exakt nach Plan verlaufen.
Emotionen am Absperrband
Viele Anwohner hatten sich trotz Sperrzone in Sichtweite versammelt. Die Reaktionen waren gemischt. Ilse, die seit Jahrzehnten in der Nähe wohnt, sagte uns: „Irgendwie bin ich traurig. Der Schornstein gehörte einfach dazu.“ Florian, ebenfalls Anwohner, brachte es pragmatischer auf den Punkt: „Wenn ich jetzt aus dem Badezimmerfenster gucke, fehlt da was. Selbst beim Gang zur Toilette sieht es jetzt anders aus.“ Die Skyline von Ibbenbüren hat sich mit dieser Sprengung endgültig verändert.
Strukturwandel zum Anfassen
Doch der Blick geht nach vorne. Auf dem Gelände entsteht eine Konverterstation für Offshore-Windstrom aus der Nordsee. Ab 2031 könnten von hier aus rund zwei Millionen Menschen mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Aus Kohle wird Wind. Aus einem Wahrzeichen der Industrie wird ein Symbol der Energiewende. Das sagte uns auch Ibbenbürens Bürgermeister.
Ein spannender Morgen im Kreis Steinfurt
Für Sören Harting und Kathleen Berger war es ein besonderer Sendetag – mit vielen emotionalen Reaktionen aus der Hörerschaft. Zahlreiche Nachrichten erreichten uns: Erinnerungen an Nachtschichten, an den ersten Blick auf den Schornstein nach der Heimfahrt – oder einfach an ein Stück Heimat. Der Schornstein ist weg. Der Energiestandort bleibt. Und Ibbenbüren schaut nach vorn.


