
Wie Windräder im Kreis Steinfurt die Kassen aufbessern
Die Kassen der Kommunen im Kreis Steinfurt sind längst nicht mehr gut gefüllt, doch die Windräder in der Region können helfen, sie wieder zu füllen. Bürgerwindparks gehen mit gutem Beispiel voran.
Veröffentlicht: Dienstag, 07.10.2025 04:45
Marode Schulen, heruntergekommene Schwimmbäder, zu wenig Plätze für Fußballvereine: Das sind nur einige Beispiele für Folgen der schlechten finanziellen Lage der Kommunen. Dabei ist ein Teil der Lösung überall bei uns in der Region zu sehen: Windparks. Sie können laut dem Kreis Steinfurt dazu beitragen, dass wichtige Projekte in den Kommunen umgesetzt werden können. Denn sie können über eine gesetzliche Umlage freiwillige Abgaben an die Kommunen leisten. 3,9 Millionen Euro könnten so laut eigenen Angaben den Kommunen im Kreis Steinfurt zukommen. Die Bürgerwindparks gehen dabei mit gutem Beispiel voran.
So viel Geld können Windparks in die Kommunen bringen
Bürgerwindparks setzen sich für Kommunen ein
Seit 2021 erlaubt das Erneuerbare-Energien-Gesetz, dass Betreiber von Windenergieanlagen bis zu 0,2 Cent pro Kilowattstunde an die Orte zahlen, in denen die Windräder stehen. Dafür bekommen sie eine Förderung. Vor allem die Bürgerwindparks im Kreis Steinfurt setzen das sehr gut um. Sie nehmen damit Verwaltungsaufwand auf sich, der sich für die Umsetzung lokaler Projekte auszahlt, und die Bürgerwindparks gehen noch weiter: Selbst wenn sie keine Förderung mehr bekommen, weil ihre Erlöse zu hoch sind, zahlen sie noch die Umlage an die Kommunen, erklärt Christoph Hüls, Geschäftsführer des Bürgerenergieverbundes Steinfurt e.V.:
"Unsere Parks zahlen auch in diesen Fällen, sofern es die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erlaubt."
„Echter“ Bürgerwind: Von Menschen für Menschen
Ein echter Bürgerwindpark zeichnet sich durch Transparenz und Beteiligung aus: Bürgerinnen und Bürger aus der Region können sich schon mit kleinen Beträgen beteiligen – und direkt von der Wertschöpfung profitieren. Damit bleibt das Geld in der Region. Viele Städte und Gemeinden im Kreis Steinfurt nutzen die Einnahmen aus der Akzeptanzumlage gezielt, um Klimaschutzprojekte, soziale Einrichtungen oder Dorfgemeinschaften zu fördern.
Und das Potenzial für Kommunen wächst: Der Kreis Steinfurt ist beim Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen Vorreiter.
Wo geht noch was?
Rund 300 Windenergieanlagen gibt es kreisweit. Viele davon sind als Bürgerwindparks organisiert – ein Anlagemodell, von dem die Menschen vor Ort profitieren. Aktuell gibt es um die 3.500 Beteiligungen. Maria aus Saerbeck und Helen aus Neuenkirchen fragen, wie und wo sie sich beteiligen können. Christoph Hüls vom Bürgerenergieverbund Steinfurt sagt dazu auf RADIO RST-Nachfrage: Momentan gibt es keine Möglichkeit, neu einzusteigen. In Greven gebe es allerdings schon Pläne für die nächste Bürger:innenbeteiligung.
