
Mehr Homeschooling durch neues Cluster-Modell
Das Robert Koch-Institut empfiehlt, ab einem bestimmten Grenzwert Schulklassen zu teilen. Die Politik in NRW setzt diese Empfehlung allerdings nicht um - zum Unmut vieler Beteiligten und Experten. Der Osnabrücker Landkreis und die Stadt Osnabrück machen es anders und gehen auf die Empfehlung des RKI ein. Zusätzlich bedingt wird dieses Verfahren nun durch das neue Cluster-Modell.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.11.2020 15:48
Die Nachverfolgung an den Schulen wird ab sofort auf das Cluster-Modell umgestellt, um dem Gesundheitsamt Zeit und Arbeit zu ersparen. Das bedeutet, dass anstatt einer Einzelfallnachverfolgung bei Corona-Infektionen nun die gesamte Klasse geschlossen in häusliche Quarantäne geht. Als Folge dieser Quarantäne wechselt die betroffene Schule automatisch in das Szenario B, das vorsieht, dass alle Klassen einer Schule geteilt und im Wechsel unterrichtet werden. So erhöht sich in der Folge die Anzahl der Schulen und Klassen, die Homeschooling umsetzen.
28 Schulen aktuell betroffen
Aufgrund einer neu aufgetretenen Corona-Infektion ist unter anderem das Gymnasium Carolinum in Osnabrück in das Szenario B gewechselt. Hier findet seit dem 25.11. der Unterricht tageweise wechselnd in halben Klassen statt. Das Gymnasium ist eine von 28 Schulen in Landkreis und Stadt Osnabrück, das sich aktuell im Szenario B befindet. (Stand: 25.11.2020, 8:30 Uhr).
"In angemessener Weise reagieren"
Die Osnabrücker Stadträtin Katharina Pötter sagt zum neuen Cluster-Modell:
Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dieser Umstellung in der Nachverfolgung in angemessener Weise auf die aktuelle Situation reagieren und wir für die Betroffenen, insbesondere für die Infizierten, aber auf für die vielen Familien mit Kindern, die in die Quarantäne müssen, recht schnell Klarheit haben, wie es in den nächsten Tagen für sie weitergehen kann.
Betroffene Schule
Was bedeutet das neue Cluster-Modell für betroffene Schulen, Schüler und Eltern? Wir haben mit dem stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums Carolinum, Johannes Lemper, gesprochen. Er sieht sowohl positive, als auch negative Effekte. Lernstarke Schüler hätten oftmals weniger Probleme, lernschwächer hingegen schon, weil sie im Homeschooling schlechter zurechtkämen. Bezüglich der Betreuung der Schüler, setzt das Gymnasium Carolinum darauf, Geschwisterkinder - unabhängig vom Alter - zusammen ins Homeschooling bzw. in den Präsenzunterricht zu schicken, um die Eltern so zu entlasten.