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Zwei Zollbeamte in Uniform und mit blauen Nitrilhandschuhen durchsuchen einen Raum mit Kartons und Schreibtisch
© Hauptzollamt Münster
Das Hauptzollamt Münster hat insgesamt neun Durchsuchungsbeschlüsse im Kreis Steinfurt gegen Beschuldigte aus der Baubranche vollstreckt
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Zoll-Razzia im Kreis Steinfurt

Zoll und Polizei haben im Kreis Steinfurt Firmen und Wohnungen durchsucht. Der Verdacht: Sozialbetrug und Steuerhinterziehung in der Baubranche.

Veröffentlicht: Freitag, 22.05.2026 12:58

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Zolldurchsuchungen in der Baubranche im Kreis Steinfurt - Razzia in Emsdetten, Ibbenbüren, Neuenkirchen und Rheine

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Der Zoll hat im Kreis Steinfurt großflächig Firmen, Büros und Privatwohnungen durchsucht. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren in Emsdetten, Ibbenbüren, Neuenkirchen und Rheine im Einsatz. Hintergrund der Maßnahme ist ein Ermittlungsverfahren gegen Beschuldigte aus der Baubranche wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug, Betrug und Steuerhinterziehung. Nach Angaben des Hauptzollamts Münster liegt der geschätzte Mindestschaden derzeit bei rund 930.000 Euro. Die Ermittler gehen davon aus, dass Beschäftigte seit 2021 nicht korrekt bei der Sozialversicherung, der SOKA-BAU und dem Finanzamt gemeldet wurden. Dadurch könnten Sozialabgaben und Steuern in erheblichem Umfang vorenthalten worden sein.

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Waffen, Unterlagen und weitere Beweismittel sichergestellt

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Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster vollstreckte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Münster insgesamt neun Durchsuchungsbeschlüsse. Unterstützt wurde der Zoll unter anderem vom Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität, der Kreispolizeibehörde Steinfurt, der Spezialeinheit ZUZ des Zolls und einem Sprengstoffspürhund der Polizei. Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Geschäftsunterlagen und weitere Dokumente sicher. Außerdem fanden sie eine scharfe Waffe mit Munition, ein verbotenes Springmesser, eine Schreckschusswaffe, 20 Böller ohne vorgeschriebene Kennzeichnung und rund 1.400 Euro Bargeld in Fremdwährungen. Die Auswertung der Unterlagen und Asservate läuft. Nach Einschätzung der Ermittler könnte die Schadenssumme in den kommenden Monaten noch deutlich steigen.

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