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Hände gehen in die Luft wie bei einer Abstimmung.
© RADIO RST
Die AfD ist bei der Kommunalwahl zum ersten Mal in die Stadträte von Rheine, Lengerich und Steinfurt eingezogen. Wie gehen die anderen Parteien damit um?
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Wie die Parteien im Kreis Steinfurt mit der AfD umgehen

Seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr sitzt die AfD in den Stadträten von Rheine, Lengerich und Steinfurt. Auch im Kreistag ist die Partei stärker geworden. Wie gehen die anderen Parteien im Kreis Steinfurt damit um?

Veröffentlicht: Montag, 13.04.2026 09:24

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Die AfD gewann bei der Wahl besonders viele Stimmen hinzu

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Bei der Kreistagswahl im vergangenen Jahr legte die AfD am stärksten zu. Zum ersten Mal trat sie auch bei den Wahlen zu den Stadträten in Rheine, Lengerich und Steinfurt an. Sie schaffte dort sofort den Einzug. Christoph Borgert, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU, sagt: „Wäre sie in mehreren Orten angetreten, wäre sie heute in mehreren Stadträten und Gemeinderäten vertreten, da bin ich mir ganz sicher. Es ist ein Zeichen der Unzufriedenheit mit dem politischen Angebot. Letztendlich sind alle Parteien ein Stück weit mit Schuld.“

Der Kreisvorsitzende der Linken beschreibt die Lage im RADIO RST-Interview sehr deutlich. Er sagt: „Letztendlich hat man das Gefühl, die AfD könnte einen Sack Reis irgendwo aufstellen und der würde gewählt werden“.

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SPD und Grüne halten die AfD vor Ort für weniger stark

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Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße von der SPD sieht die Lage anders. Er sagt: „Der Kreis Steinfurt hat 24 Städte und Gemeinden. Sie sind in 21 Städten und Gemeinden gar nicht vertreten. Das zeigt also, dass der Erfolg der AfD scheinbar auf der Bundesebene groß ist, aber auf kommunaler Ebene nicht stattfindet.“

Auch Norwich Rüße, Parteichef der Grünen im Kreis Steinfurt, kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. Er sagt: „Sie ist eigentlich relativ unbedeutend noch, sie ist jetzt vertreten in den Räten, aber die anderen Parteien sind sich ja einig, dass sie mit dieser Partei nicht zusammenarbeiten werden und insofern ist sie eigentlich bedeutungslos.“

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Vor allem bei Klimaschutz und Migration gibt es Streit

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Auch inhaltlich gibt es klare Kritik an der AfD. Christoph Borgert von der CDU sagt, die AfD beschäftige sich kaum mit kommunalen Themen. Stattdessen kritisiere sie vor allem Klimaschutz und Migration. Im Kreistag brachte die AfD zum Beispiel einen Antrag zum Haushalt ein. Darin forderte sie, alle Mittel für den Klimaschutz zu streichen.

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Christoph BorgertDie AfD ist "wenig konstruktiv, wenig lösungsorientiert."
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Der Sprecher der AfD im Kreis Steinfurt, Florian Elixmann, widerspricht. Er sagt: „Wir sind die AfD. Wir sind ja nicht die Grünen. Dass wir natürlich gerade im Bereich Migration oder Klimaschutz sparen wollen und dass wir natürlich auch von unseren eigenen Grundsatzprogrammen hier ausgehen, wenn wir Kommunalpolitik machen, liegt ja in der Natur der Sache. Was haben die Leute denn erwartet?“

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Die nächste Kommunalwahl ist 2030

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Die nächsten Kommunalwahlen in NRW finden 2030 statt. Die AfD will dann in allen Orten im Kreis Steinfurt in die Räte kommen. CDU, SPD und Grüne wollen die Ergebnisse der AfD schwächen. Für Christoph Borgert von der CDU ist die Strategie klar. Politik müsse Probleme lösen, auf kommunaler Ebene handlungsfähig sein und den Menschen im Kreis Steinfurt zuhören. Jürgen Coße von der SPD fordert den Blick auf konkrete Themen des Alltags.

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Jürgen Coße"Lasst uns über das reden, wie wir morgen leben wollen."
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