
Wetter als Gefahr für Events
Sturm, Hitze, Starkregen: Osnabrücker Forscherinnen und Forscher zeigen, wie Veranstaltende ihre Events besser vor Extremwetter schützen können - kostenlos unter www.klima-event.de.
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.03.2026 12:17
Wenn Extremwetter zur Gefahr wird: Neue Schutzstrategien für Events aus Osnabrück
Ein Stadtfest, strahlender Sonnenschein - und plötzlich zieht ein Unwetter auf. Was dann? Genau diese Frage haben Forschende aus Osnabrück drei Jahre lang untersucht. Ihr Ergebnis: Die Eventbranche ist auf Extremwetter kaum vorbereitet - doch das lässt sich ändern.
Rund 1,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in der Veranstaltungsbranche, die jährlich etwa 130 Milliarden Euro umsetzt. Hitze, Sturm oder Starkregen können ein Event innerhalb von Minuten zum Sicherheitsproblem machen. Bisher greift die Branche meist erst dann zu Schutzmaßnahmen, wenn der Schaden schon entstanden ist.
Historischer Markt Bad Essen als Testfeld
Als Fallbeispiel wählte das Forschungsteam den Historischen Markt in Bad Essen - ein Fest mit mehr als 50.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr. Veranstaltende, Ausstellende und Besuchende kamen in Interviews, Befragungen und Workshops zu Wort. Das Ergebnis ist ernüchternd: 55 Prozent der Ausstellenden nennen Windböen und Sturm als ihr größtes Risiko. Trotzdem setzte bisher nur rund ein Drittel von ihnen konkrete Schutzmaßnahmen um. Dabei lassen sich viele Risiken gar nicht schwer reduzieren. Klare Zuständigkeiten, bessere Kommunikation und einfache Schutzvorrichtungen reichen oft schon aus - wenn man sie frühzeitig in die Planung einbezieht.
Kostenlose Checklisten ab dem 18. März 2026 verfügbar
Ab dem 18. März 2026 stellt das Forschungsteam die Ergebnisse kostenlos online bereit. Veranstaltende finden dort:
- Checklisten für Hitze, Sturm und Starkregen mit konkreten Schwellenwerten und Warnstufen
- Handlungsempfehlungen zur Minimierung von Extremwetterrisiken
- Tipps für Risikoanalysen und ein gutes Krisenmanagement
Das Bundesumweltministerium förderte das Projekt mit rund 122.000 Euro. Als nächsten Schritt planen die Fachleute, den Historischen Markt Bad Essen als virtuelle Umgebung nachzubilden - um Risiken und Schutzmaßnahmen künftig in Simulationen und Planspielen zu testen.