
Allein dort gibt es 1.600 Minijobs - und damit 20 Prozent - weniger als vor Corona. Die NGG kritisiert, dass die Bundesregierung vorhat, die Verdienstgrenze bei Minijobs von 450 auf 520 Euro anzuheben, ohne dass man automatisch arbeitslosenversichert ist.
"520-Euro-Jobs verdängen reguläre Arbeitsplätze"
Dadurch würden noch mehr Menschen in prekäre Jobs abrutschen, weil so viele reguläre Arbeitsplätze verdrängt würden. Die NGG verweist auf den Koalitionsvertrag. Darin schreiben SPD, Grüne und FDP, es müsse verhindert werden, „dass Minijobs als Ersatz für reguläre Arbeitsverhältnisse missbraucht oder zur Teilzeitfalle werden“.
"Menschen mit Minijobs sind Hauptverlierer der Pandemie"
450-Euro-Kräfte zählen für die Gewerkschaft zu den Hauptverlierern der Pandemie. Von der Küchenhilfe im Restaurant bis zur Verkäuferin an der Bäckereitheke – viele Minijobber lebten in ständiger Angst, entlassen zu werden. Dabei hätten sie weder Anspruch auf das Arbeitslosen- noch auf das Kurzarbeitergeld. Minijobber sind kein Randphänomen: Mitte vergangenen Jahres gab es im Kreis Steinfurt rund 48.900 Stellen auf 450-Euro-Basis.
Gewerkschaft fordert krisenfeste Jobs
Abhilfe schafft aus Sicht der Gewerkschaft nur eine grundlegende Reform: Für Minijobs müsse ab dem ersten Euro die Sozialversicherungspflicht gelten. Erst wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, gebe es für Beschäftigte wirksamen Schutz. Die geplanten 520-Euro-Jobs seien dagegen nicht krisenfest.