
Warnstreik im ÖPNV
Der Warnstreik im ÖPNV bringt den Busverkehr in der Region morgen (Do., 15.01.) nicht flächendeckend zum Stillstand. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat bei den Stadtwerken Münster zum Streik aufgerufen. Das Busunternehmen Regionalverkehr Münsterland weist darauf hin, dass die RVM-Busse wie gewohnt fahren, weil dort nicht gestreikt wird.
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Rund 30 Verkehrsbetriebe in NRW sind zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Stadtwerke Münster rechnen mit deutlichen Einschränkungen im Busverkehr. Am Freitag (16.01.) gehen die Manteltarifverhandlungen für die Beschäftigten des kommunalen Nahverkehrs in die zweite Runde. Infos der Stadtwerke Münster zum Warnstreik
Worum es geht
In dem Streit um den Manteltarifvertrag geht es nicht um Gehälter, sondern um mehr Entlastungstage und bessere Berechnung von Überstunden. Außerdem fordert Verdi, dass die Arbeit auch dort endet, wo sie angefangen hat. Fahrerinnen und Fahrer hätten so nach der Schicht nicht noch lange Heimwege und dadurch mehr Freizeit.
Argumente der Arbeitgeberseite
Die Arbeitgeberseite geht davon aus, dass Freizeit zu einer Mehrbelastung der Beschäftigten insgesamt führen würde. Schließlich gäbe es dann weniger Arbeitskapazitäten für das gleiche Arbeitspensum. Nötig seien „Anreizregelungen zur Stärkung der arbeitszeitrechtlichen Produktivität“, heißt: Wer möchte, würde auch mehr arbeiten als bisher vorgesehen. Abgesehen davon würden die Gehälter wegen eines separaten, im vergangenen Jahr abgeschlossenen Tarifvertrags steigen, und zwar beim Fahrpersonal um 13 Prozent zum 1. März. Das sei ein Beitrag, um den Beruf attraktiver zu machen.
Argumente der Gewerkschaft
Ver.di wertet die Forderung nach Mehrarbeit als völlig falsches Signal, schließlich mache das eine Tätigkeit in Bussen und Bahnen nicht attraktiver. Schon jetzt seien die Krankenstände hoch und es gebe zu wenig Personal. Fazit: „Mehr Produktivität bringt nicht mehr Personal.“ Das helfe vielleicht ein paar Monate und dann sei zu befürchten, dass sich Kolleginnen und Kollegen andere Jobs suchen und die Branche verlassen. Die Personalnot und damit die angespannte Lage in den Betrieben würde sich also noch verschärfen.