
Viele Kinder leiden am RS-Virus
Es ist im Moment das Thema für alle Eltern mit kleinen Kindern: Viele Kinder leiden unter einer Atemwegsinfektion. Die Welle an Infektionen mit dem RS-Virus ist eine Herausforderung für Kinderarztpraxen und Kinderstationen. Zusätzlich gibt es einen Engpass bei Medikamenten.
Veröffentlicht: Dienstag, 06.12.2022 13:57
Viele Kinderarztpraxen und Kinderstationen sind aktuell extrem überfüllt. Fachleute berichten von einer enormen Welle an Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), das für Babys gefährlich ist. RSV ist ein Atemwegsinfekt mit Husten, Schnupfen und Fieber. Kinderkliniken schlagen Alarm und in den Kinderarztpraxen ist es rappelvoll.
Viele Kinder leiden unter schweren Atemwegserkrankungen und kommen deshalb teilweise sogar ins Krankenhaus. Das RS-Virus ist nicht neu, nur in diesem Jahr fällt die Infektionswelle deutlich heftiger aus. Viele Hygienemaßnahmen sind weggefallen und in den Corona-Jahren haben viele Kinder die Infektionen noch nicht durchgemacht. Das holen sie jetzt alle nach. Fachleute gehen davon aus, dass zwei bis drei Prozent der Kinder mit RSV-Infektion ins Krankenhaus kommen, weil sie beatmet werden oder Hilfe bei der Ernährung brauchen.
Für Erwachsene und ältere Kinder ist das RS-Virus harmlos. Säuglinge und Frühchen haben ein höheres Risiko, schwer zu erkranken. Ihr Immunsystem ist noch nicht so stark und sie haben engere Atemwege. Die Kleinen bekommen in der Klinik meistens Sauerstoff und künstliche Nahrung, weil viele zu schwach zum Trinken sind.
Tipps für Eltern
Gerade für Babys ist das Virus gefährlich. Eltern gehen in die Arztpraxis, wenn sie merken, dass ihr Kind schwere Atemprobleme hat. Also wenn das Kind schneller und angestrengt atmet. Ein weiteres Symptom ist ein trockener, knisternder Husten. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet dann, ob das Kind in das Krankenhaus kommt oder ob es zu Hause behandelt wird. Eine Impfung gibt es im Moment noch nicht - auch kein richtiges Medikament gegen RSV. Je früher sich ein Säugling mit dem Virus ansteckt, desto eher kommt es zu Komplikationen. RSV wird über Tröpfchen übertragen. Es reicht also, wenn der Bruder oder die Schwester eine Rotznase haben oder husten.
Gute Nachrichten bei Fiebersäften
Der Sprecher der Apotheken im Kreis Steinfurt Frederik Schöning aus Rheine gibt bei Fiebersäften für Kinder Entwarnung.