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Verhindern wir eine zweite Corona-Welle im Herbst?
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Verhindern wir eine zweite Corona-Welle im Herbst?

Gestiegene Coronazahlen in den letzten Wochen, eine gewisse Corona-Müdigkeit und die Aussicht auf einen Winter, in dem Corona und die jährliche Grippe aufeinandertreffen. Verhindern wir eine zweite Welle?

Veröffentlicht: Freitag, 04.09.2020 13:34

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Im Herbst und im Winter sind alle sind wieder mehr im Haus als draußen, also steigt auch das Ansteckungs-Risiko für Corona. Gleichzeitig schließt die Polizei in Osnabrück vorletztes Wochenende eine Disco, wo 200 Leute ohne Maske auf der Tanzfläche abgehen. Was passiert da gerade in diesem Land? Ist das noch mit „Corona-Müdigkeit“ zu erklären? Hier sind mal ein paar deutliche Worte von Dr. Jana Schroeder. Sie ist Chefärztin am Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital im Klinikum Ibbenbüren und hat ihren ganz eigenen Blick auf die, denen Corona ziemlich egal zu sein scheint.

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Hält nichts von Verschwörungstheorien: Dr. Jana Schroeder
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Soweit die Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektions-Epidemiologie - und irgendwie lässt das doch hoffen, wenn Alle mitspielen. Die Krankenhäuser stellen sich schon mal auf mehr Corona-Patienten im Herbst ein. „Wir waren zwei Monate komplett Corona-frei, jetzt gibt es wieder Infizierte,“ sagt Jana Schroeder. Sie hofft, dass die Corona-Zahlen weiter runter gehen.

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Jana Schroeder: "Tun alles, um vorbereitet zu sein"
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Jetzt geht es vor allem um die Frage, was passiert, wenn im Herbst Corona und die alljährliche Grippewelle zusammenkommen. "Es ist möglich, beides auf einmal zu bekommen", sagt die Expertin.

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Schroeder: Corona UND Influenza auf einmal besser vermeiden
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Möglich also, dass die Krankenhäuser an ihre Grenzen stoßen. Genauso gut möglich ist allerdings, dass die Grippewelle dieses Jahr schwächer ausfällt, weil die Meisten wegen Corona Masken tragen. Da zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, dass sich möglichst Alle daran halten.

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Maske-Tragen ist das A und O

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Italien, Spanien, USA, Brasilien – die Liste der Länder, wo Corona richtig eingeschlagen ist, ist lang. Wir sind hier in Deutschland mit Social Distancing und Maske-Tragen vergleichsweise gut weggekommen. Trotzdem gibt es Leute, die das alles kleinreden und sich in ihren Freiheitsrechten beschnitten fühlen. Haben die noch keinen Bericht über eine Pandemie-Station gesehen? Wichtig wäre, mal zu checken: Es geht hier nicht um mich, sagt Jana Schroeder.

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Ärztin appelliert an Respekt und Verstand
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Corona ist und bleibt gefährlich, sagt die Expertin, egal, wie eine Erkrankung ausgeht. Sie findet, es wird zu viel darüber gesprochen, wie viele daran gestorben sind und wie viele es überstanden haben.

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Jana Schroeder: Corona trifft auch junge Menschen
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Also, warum nicht die Maske tragen, wo es eben geht, um sowas einfach nicht zu riskieren? Sechs Monate Corona-Pandemie und kein Ende in Sicht. Als es anfing, dachten einige Hysteriker, jetzt sterben wir alle. Mittlerweile sehen einige es genau andersrum: Voll überreagiert, der Staat gängelt uns, was hat das mit mir zu tun? Die Anti-Haltung haben nicht nur die, die jetzt auf die Straße gehen. „In unserer Region haben wir bisher halt auch das große Glück, dass die Corona-Zahlen verhältnismäßig niedrig sind,“ sagt Hausarzt Christian Tast aus Greven.

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Dr. Christian Tast: Corona verzeiht keine Fehler
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Experten gehen davon aus, dass allein die After-Ski-Party in Ischgl für fast die Hälfte aller Corona-Fälle in Deutschland verantwortlich ist. Soviel zum Schneeball-Effekt einzelner Infektionen. Trotzdem: Auf einmal scheinen einige Leute es cool zu finden, Corona-Sicherheitsregeln zu brechen. Auf Anti-Corona-Demos und bei Kontrollen der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen zeigt sich, dass nicht Alle das Thema ernst nehmen. Christian Tast sieht die Dinge als Arzt ausgewogener. Denen, die ihre Corona-Müdigkeit jetzt ausleben, sagt er: „Man kann sich der Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber nicht entziehen.“

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Tast: Corona-Prävention ist Sache des Respekts
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Auf jeden Fall hält Christian Tast auch nichts davon, jetzt panisch zu werden, weil zur Corona-Pandemie im Herbst vielleicht noch die jährliche Grippe-Welle dazu kommt. Denn die fällt jedes Jahr unterschiedlich heftig aus. 

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Dr. Tast: Masken gegen Corona schützen auch vor Grippe
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Auch da haben wir es also zumindest teilweise selbst in der Hand: Maske tragen gegen Corona und impfen lassen gegen Influenza. Schließlich möchte wohl keiner beides zusammen bekommen. Und dann gibt es die Hoffnung auf Impfstoffe und bessere Medikamente gegen die Symptome.

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