
Unterschiedliche Beiträge: Eltern in Ibbenbüren zahlen deutlich mehr für Schulbetreuung
Katharina aus Laggenbeck hat sich bei uns gemeldet: Sie und ihr Mann empfinden die Kosten für die Übermittagsbetreuung ihrer Tochter als ungerecht – und sie sind damit nicht allein.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.10.2025 09:00
In Ibbenbüren und seinen Ortsteilen müssen Eltern deutlich mehr zahlen als in den Nachbarkommunen. Für die Betreuung bis 13 Uhr fallen dort monatlich über 120 Euro an, während Familien in Recke rund 55 Euro und in Tecklenburg etwa 30 Euro bezahlen. Die Angebote sind dabei vergleichbar, doch die Gebühren unterscheiden sich erheblich von Ort zu Ort. Für viele berufstätige Eltern ist die Betreuung jedoch unverzichtbar, um Familie und Beruf überhaupt vereinbaren zu können.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Einkommensabhängigkeit der Gebühren in Ibbenbüren. Diese kann dazu führen, dass Familien mit durchschnittlichem Haushaltseinkommen deutlich mehr zahlen müssen als Eltern in Gemeinden mit festen Pauschalen. Viele empfinden das als unfaire Belastung, da sie für dieselbe Leistung deutlich höhere Beiträge entrichten.
Eltern wie Katharina hoffen auf eine gerechtere Regelung, die unabhängig vom Wohnort gleiche Bedingungen für alle Familien schafft.
Vergleichbare Regelungen an anderen Orten im Kreis Steinfurt
Unsere Recherche zeigt: Nicht nur in Ibbenbüren, sondern auch in anderen Kommunen im Kreis Steinfurt werden die Beiträge für die Übermittagsbetreuung von dem Einkommen der Eltern abhängig gemacht. Ähnlich regeln das beispielsweise Rheine, Greven oder Metelen. In Rheine sind die Kosten außerdem ähnlich hoch wie in Rheine. In Greven dagegen zahlen Eltern zwischen 45 und 80 Euro.
Für die Angebote des Offenen Ganztags werden überall Beiträge abhängig vom Einkommen der Eltern erhoben, keine unübliche Praxis also.
Das sagt die Stadt Ibbenbüren
Genau so erklärt auch Brigitte Janz, Geschäftsbereichsleiterin der Stadt Ibbenbüren die Erhebung der Beiträge für die Übermittagsbetreuung:
Bei der Betreuung im Bereich der Schule von 8 bis 13 Uhr haben wir uns orientiert an den Strukturen, wie sie auch in anderen Betreuungssystemen vorliegt, und da wird ganz klassischerweise die finanzielle Leistungsfähigkeit der Familie zugrunde gelegt.
Sie fügt noch hinzu, dass Politikerinnen und Politiker diese Entscheidung nicht völlig über den Kopf der Eltern hinweg getroffen haben.
Und warum geht es in anderen Orten günstiger? Daraufhin betont Frau Janz, dass die Angebote sich unterscheiden würden.
"Wir haben, wie jede andere Kommune auch, sehr passgenaue Angebote und die unterscheiden sich nicht nur im Detail, sondern teilweise auch in wesentlichen Punkten von denen anderer Kommunen."

