
Nach zweieinhalb Monaten ohne richtigen Regen ist der Kreis Steinfurt kurz davor, die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen und Gräben zu verbieten. „Es spricht einiges dafür, dass bald eine entsprechende Allgemeinverfügung kommt,“ hieß es exklusiv auf RADIO RST-Nachfrage beim Kreis-Umweltamt. Morgen (Frei., 16.05.) stimmt der Kreis sich mit der Bezirksregierung Münster und den anderen Münsterlandkreisen ab, ob es das flächendeckend gibt. Die Verfügung ginge dann voraussichtlich am Montag (19.05.) raus. So eine Entscheidung fällt nicht einfach so, weil ein Pumpverbot unter Umständen vor allem landwirtschaftliche Betriebe hart treffen würde.
„Wäre nicht das erste Mal“
„Ein Entnahmeverbot aus Fließgewässern wäre nicht das erste Mal,“ sagte der Leiter des Kreis-Umweltamtes, Rolf Winters, im RADIO RST-Gespräch – und weiter: „In den trockenen Jahren 2021 und ’22 hatten wir die Allgemeinverfügung und im Juni ’23 standen wir kurz davor – bis dann der große Regen einsetzte.“ Das besondere in diesem Jahr ist, dass es schon so früh so trocken ist.
Beim Grundwasser aktuell noch alles “grün“
Niedriges Grundwasser ist dagegen offenbar noch kein Thema – sonst hätten die Wasserversorger sich schon beim Kreis Steinfurt gemeldet. „Noch profitieren wir von den regenreichen Jahren 2023 und ’24, während die Bodenoberfläche langsam austrocknet,“ sagt Winters. Wenn überhaupt, würde da zeitversetzt etwas passieren. Kein Grund also, die Trinkwasserversorgung gefährdet zu sehen.