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Tierquälerei mit System
© SOKO Tierschutz e.V.
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Tierquälerei mit System

In Deutschlands größtem Skandal um Tierquälerei in einem Bad Iburger Schlachthof sind kaum die Gerichts-Urteile gesprochen, da rückt eine Polizei-Razzia in Werne im Kreis Unna das Thema wieder in den Fokus: Tierschützer:innen haben bei einem der Lieferanten für die Schlachterei und Metzgerei Mecke krasse Fälle von Tierquälerei aufgedeckt.

Veröffentlicht: Mittwoch, 28.07.2021 13:44

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Arbeiter, die bis auf die Knochen abgemagerte Tiere auf das brutalste und bis zur Bewusstlosigkeit prügeln, ein krankes Kalb, das getreten und an den Ohren herumgeschleift wird, Kühe, die mit Stromschlägen malträtiert und mit der Seilwinde bei vollem Bewusstsein umhergeschleift werden. Laut Tierschützer:innen des SOKO Tierschutz e.V. besteht sogar der Verdacht auf Tierversuche, denn die Firma handelt anscheinend mit dem Blut der geschwächten Tiere.

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Belastendes Bildmaterial

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Das Blut wird den Tieren bei lebendigem Leib literweise abgezapft, die Tiere dabei noch gequält. Ein Vorgang, der als meldepflichtiger Tierversuch gilt. Die Mecke-Mitarbeiter kommentieren das als "leer machen" und wissen, dass Tiere nach dieser Tortur fertig sind und oft nicht mehr aufstehen können.

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Illegales System zur Schlachtung kranker und verletzter Milchkühe

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Die Aktivist:innen der Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz werfen Politik und Justiz ein „Großversagen“ vor: Unter Meckes Lieferanten sei auch die Viehhandlung Hunecke aus Westerkappeln, die zuletzt in den Bad Iburger Skandal verstrickt gewesen sei, schreiben die Tierschützer:innen. Täter wie Hunecke zögen einfach ein paar Kilometer weiter zum nächsten Schlachthof, der sich auf die illegale Schlachtung kranker und verletzter Milchkühe spezialisiert habe und das Veterinäramt wisse mal wieder von nichts. So der Vorwurf.

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Schwere Vorwürfe gegen NRW-Ministerpräsident Laschet

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Für die „SOKO Tierschutz“ steht fest: Die Strafen in den Tierschutzprozessen schrecken nicht ab. "Dass Ministerpräsident Laschet die Stabsstelle gegen Umweltkriminalität zerschlagen hat, rächt sich nun. Die Politik sollte die Strukturen bei der Polizei und den Behörden stärken und nicht schwächen", fordert ein SOKO Tierschutz-Sprecher.

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Wieder mal Strafanzeige

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Die Tierschützer:innen haben Strafanzeige gegen den Betrieb und seine Beteiligten gestellt, auch beim Jugendschutz. Das Bildmaterial zeige, dass Kinder regelmäßig sehen, wie Tiere verprügelt werden, und die Kinder sogar zur Tierquälerei angestiftet werden. So fordert ein Arbeiter Minderjährige auf, Tieren auf den Kopf zu schlagen, und es folgen Szenen, die zeigen, dass der Missbrauch die Kinder geprägt hat.

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Druck auf die Politik

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"Die Polizei hat sehr schnell und stark reagiert. So eine Reaktion erwarten wir uns auch von dem Landratsamt und der Politik, die bisher bei Tierschutzfällen Desinteresse zeigen", heißt es bei SOKO Tierschutz.

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Fokus auf Einzeltäter?

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Die Stellungnahme der Schlachterei und Metzgerei Mecke auf ihre Website lässt nicht erkennen, dass hinter alldem System steckt: „In den knapp 100 Jahren seit Bestehen des Familienunternehmens gab es bei uns keine Verstöße gegen den Tierschutz,“ heißt es dort. Die beiden Mitarbeiter, die im ARD-Magazin Fakt zu sehen waren, habe man entlassen.

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Pressemitteilung SOKO Tierschutz

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Polizeibeamte durchsuchten mehrere Standorte aus dem Umfeld der Metzgerei Mecke aus Werne NRW. Die Werbung der Firma aus dem Landkreis Unna spricht von "Achtung vor Tieren" - Recherchen von SOKO Tierschutz zeigen die traurige Realität.

In einer Tierhaltung aus dem Firmengeflecht Mecke wurden Tiere die letzten Monate systematisch misshandelt. Arbeiter verprügeln bis auf die Knochen abgemagerte Tiere auf das brutalste und bis zur Bewusstlosigkeit, ein krankes Kalb wird getreten und an den Ohren herumgeschleift, Stromschläge werden illegal ausgeteilt, Kühe werden mit der Seilwinde bei vollem Bewusstsein umhergeschleift , und es besteht sogar der Verdacht auf Tierversuche, denn die Firma handelt scheinbar mit dem Blut der geschwächten Tiere.

Das Blut wird den Tieren bei lebendigen Leibe literweise abgezapft, die Tiere dabei noch gequält. Ein Vorgang, der als meldepflichtiger Tierversuch gilt. Die Mecke-Mitarbeiter kommentieren das als "leer machen" und wissen, dass Tiere nach dieser Tortur fertig sind und oft nicht mehr aufstehen können.

Das Bildmaterial aus dem Zeitraum Mai bis Juli erinnert auf fatale Weise an die Skandale um Schlachthöfe, die sich auf die illegale Schlachtung kranker und verletzter Milchkühe spezialisiert haben. Während z. B. der Fall Bad Iburg vor Gericht verhandelt wird, tauchten Täter aus diesem Skandal bei der Schlachterei Mecke auf und betrieben das grausame Geschäftsmodell weiter.

Unter den Lieferanten ist die Firma Hunecke aus Westerkappeln (NRW). " Jetzt zeigt sich, dass die lächerlichen Strafen in den Tierschutzprozessen null abschrecken. Die grausamsten Täter wie Hunecke zogen einfach ein paar Kilometer weiter, und das Veterinäramt weiß mal wieder von nichts - Ein Großversagen von Politik und Justiz", so SOKO-Sprecher Friedrich Mülln.

Das Veterinäramt Unna war erst vor wenigen Monaten in einen gewaltigen Skandal um illegales Schächten verstrickt. "Offenbar ist die staatliche Kontrolle der Tierhaltung in NRW praktisch nicht existent und wird von kriminellen Strukturen und Tierquälerei geprägt", beschreibt Mülln die Lage.

SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen den Betrieb und seine Beteiligten gestellt, auch beim Jugendschutz. Auf dem Material sieht man, dass Kinder regelmäßig sehen, wie Tiere verprügelt werden, und die Kinder sogar zur Tierquälerei angestiftet werden. So fordert ein Arbeiter Minderjährige auf, Tieren auf den Kopf zu schlagen, und es folgen Szenen, die zeigen, dass der Missbrauch die Kinder geprägt hat. "Die Polizei hat sehr schnell und stark reagiert. So eine Reaktion erwarten wir uns auch von dem Landratsamt und der Politik, die bisher bei Tierschutzfällen Desinteresse zeigen", so Mülln.

Der Fall Mecke zeigt erneut, dass sich hinter Metzgern, auch mit bestem Ruf, Leid und Qual verbirgt. Der Skandal zeigt auch, wie falsch es ist, so genannte handwerkliche Schlachtbetriebe von Veterinärkontrollen weitgehend auszunehmen. SOKO Tierschutz fordert eine permanente Kontrolle aller Schlachtungen, insbesondere in Metzgereien, personelle Konsequenzen im Veterinäramt und klare politische Pläne zum Ausstieg aus diesem Qualsystem. "Dass Ministerpräsident Laschet die Stabsstelle gegen Umweltkriminalität zerschlagen hat, rächt sich nun. Die Politik sollte die Strukturen bei der Polizei und den Behörden stärken und nicht schwächen", fordert der SOKO Tierschutz Sprecher.

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Stellungnahme Mecke

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Stellungnahme zu den Tierschutz-Aufnahmen

 

Werne, 28.07.2021

Das ARD-Magazin Fakt hat Aufnahmen aus einer Tiersammelstelle, die zu unserem Unternehmen gehört, veröffentlicht. Die Bilder zeigen schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, begangen durch zwei Mitarbeiter des Unternehmens.

Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir, die Unternehmensführung und unsere Angestellten, sind über die Aufnahmen schockiert. Die Aufnahmen sind uns erst seit gestern bekannt. Wir haben beide Mitarbeiter, die die Verstöße begangen haben, heute mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die Behörden werden wir bei der vollständigen Aufklärung der Sachverhalte umfassend unterstützen. Tierschutzverstöße werden in unserem Unternehmen in keiner Weise geduldet. In den knapp 100 Jahren seit Bestehen des Familienunternehmens gab es bei uns keine Verstöße gegen den Tierschutz. Wir stehen auch und insbesondere jetzt zu unserer Verantwortung.

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