
In der Kategorie Unternehmerin setzte sich Ungru gegen Anna Laura Hübner aus Stuttgart und Isabel Schmidt aus Röhnblick durch. Danach wählte eine eigene Gesamtjury sie aus den sieben Siegerinnen und Siegern aller Kategorien zur Landwirtin des Jahres.
Die Jury lobte, wie konsequent Ungru Tierwohl, Ackerbau, erneuerbare Energien und regionale Verantwortung zu einem zukunftsfähigen Betriebskonzept verbindet. Als Gesamtsiegerin erhält sie 20.000 Euro Preisgeld. Für den Sieg in der Kategorie Unternehmerin kommen 1.000 Euro dazu. Diese Kategorie wird von QS Qualität und Sicherheit unterstützt. Hauptsponsor des CERES AWARD ist die Landwirtschaftliche Rentenbank.
Hof Ungru in Hörstel-Dreierwalde
Ungru leitet seit 2012 den Familienbetrieb Hof Ungru in Hörstel-Dreierwalde. Der Veredlungsbetrieb hat knapp 2.000 Mastplätze und bewirtschaftet 110 Hektar Ackerfläche. In der Schweinemast arbeitet sie mit einem eigenen Tierwohlkonzept und dem ITW-Standard der Stufe 2. Im Ackerbau setzt sie auf regenerative Methoden.
Engagement für Bürgerwindenergie
Ungru ist außerdem Mitgeschäftsführerin von zwei Bürgerwindparks in Hörstel und Altenrheine. Die 18 Windkraftanlagen erzeugen Strom für etwa 30.000 Haushalte. Sie trieb auch die Gründung des Bürgerenergieverbunds Steinfurt maßgeblich voran. Die Plattform vertritt elf Bürgerwindparks mit 84 Windkraftanlagen und rund 3.500 direkt beteiligten Bürgerinnen und Bürgern.
Nach Einschätzung der Jury gab genau diese Verbindung den Ausschlag. Ungru beschränke unternehmerische Verantwortung nicht auf den eigenen Hof. Sie schaffe Akzeptanz für erneuerbare Energien und halte Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region. Ihr Prinzip fasst sie so zusammen: „Stillstand ist Rückschritt.“
Das sagt die Jury
Die Gesamtjury erklärte, Ungru entwickle ihren Betrieb kontinuierlich weiter. Sie verbinde hohe Tierwohlstandards in der Schweinemast mit unternehmerischem Engagement als Geschäftsführerin regionaler Bürgerwindparks.
Die Jury der Kategorie Unternehmerin ergänzte: „Ihre Fähigkeit, Tierwohl im Stall, regenerative Methoden und ein millionenschweres Bürgerwind-Netzwerk zu vereinen, macht sie zur idealen Botschafterin für die Landwirtschaft von morgen.“
Zur Gesamtjury gehörten Anke Fritz und Simon Michel-Berger (agrarheute), Dr. Klaus Hollenberg (Landwirtschaftliche Rentenbank), Susanne Schulze Bockeloh (Deutscher Bauernverband) und Sylke Herse (Landwirtin des Jahres 2025). In der Kategoriejury saßen Sabrina Melis (QS), Susanne Schulze Bockeloh (DBV), Ute Volquardsen (Landwirtschaftskammer) und Anke Fritz (agrarheute).
Das ist der CERES AWARD
Den CERES AWARD verleiht agrarheute, das nach eigenen Angaben führende Fachmedium der deutschen Landwirtschaft aus dem dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Die Fachjurys besuchten die 21 Finalistinnen und Finalisten auf ihren Betrieben. Sie bewerteten neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur.
Das Gesamtpreisgeld beträgt 29.500 Euro. Die sieben Kategoriesiegerinnen und -sieger erhalten jeweils 1.000 Euro, der Gesamtsieg ist mit 20.000 Euro dotiert. Der Sonderpreis der Initiative Tierwohl ist mit 2.500 Euro dotiert.
