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Themenwoche "Essen 2020"
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Themenwoche "Essen 2020"

Was hat sich nach den Corona-Fällen in den Schlachthöfen getan? Wie gut haben es Schweine in einem Mastbetrieb und auf einem Naturhof? Essen wir bald mehr Insekten als Fleisch und welchen Einfluss hat das Essen auf uns und unsere Kinder? Allesesser, Flexitarier, Vegetarier und Veganer – darum geht es in unserer Themenwoche.

Veröffentlicht: Freitag, 06.11.2020 16:30

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Erziehungssache Essen

Warum essen wir, was wir essen!? Zunächst hat das ganz viel mit unseren Eltern zu tun und damit, wie wir aufwachsen. Das bestätigt Professor Guido Ritter. Er ist Experte für Oecotrophologie an der FH Münster.

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Professor Guido Ritter
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Glück hat der, der bei Eltern aufwächst, die gutes Essen vorleben. Denn die Eltern sind die Vorbilder für die Kinder und sagen uns, was wir essen.

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Professor Guido Ritter
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Lifestyle Essen

Im Laufe unseres Lebens verändert sich das Essverhalten oft durch die unterschiedlichsten Einflüsse. Jeder isst, was er gerne mag und bezahlbar ist. Ob Schnitzel-Typ, Tofu-Esser oder Ayurveda-Fan - jedem von uns ist das eigene Essen enorm wichtig. Und das hat seine Gründe, sagt Professor Ritter.

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Professor Guido Ritter
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Viele Menschen schließen sich neuen Ernährungstrends an. Sie zeigen damit, dass sie ganz bewusst etwas spezielles essen oder gewisse Sachen eben nicht essen.

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Professor Guido Ritter
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Streitthema Fleischverzicht

Zwischen Allesessern, Flexitariern, Vegetariern oder Veganern gibt es immer noch viele Fragen, Missverständnisse und Vorurteile. Wer beispielsweise auf Fleisch verzichtet, wird oft "dumm" angeguckt. Das Thema Fleisch spaltet.

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Professor Guido Ritter
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Essen aus Fleischfabriken

Wer kein Fleisch oder nur selten und sehr bewußt verzehrt, entscheidet sich häufig dafür, weil er gegen Billigfleisch aus der Massentierhaltung ist. Daher stammt das meiste Fleisch, das wir essen. Es wird in großen Schlachthöfen verarbeitet, die immer wieder in die Schlagzeilen geraten: Corona-Ausbrüche und schlechte Arbeits- und Wohnbedingungen für Leiharbeiter. Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich prangert das schon lange an. Doch er sieht auch, dass sich nach den letzten Skandalen etwas getan hat.

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Pfarrer Peter Kossen
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Optimal ist die Situation noch lange nicht. Immerhin hat die Bundesregierung vor, das Werkvertragssystem mit den Leiharbeitern zum 1. Januar 2021 zu beenden. Doch das reicht Pfarrer Kossen noch nicht.

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Pfarrer Peter Kossen
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Fleischersatz Insekten

Wertschätzung ist da ein wichtiges Wort. Das gilt für die Arbeiter in den Schlachthöfen und auch für die Tiere, die für uns geschlachtet werden. Eine Alternative oder eine zusätzliche Nahrungsquelle werden eventuell in den nächsten Jahren auch bei uns Insekten. Immerhin essen etwa zwei Milliarden Menschen auf der Welt Insekten. Und das wäre auch etwas für uns, sagt Professor Guido Ritter.

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Professor Guido Ritter
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Massentierhaltung ist bei Hühnern, Schweinen oder Kühen oft ein Problem. Insekten eigenen sich dagegen prima dafür.

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Professor Guido Ritter
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Insekten standen bei uns in Deutschland auch schon in den Kochbüchern. Vor allem in Hessen hat es früher eine Maikäfersuppe gegeben. Die schmeckte angeblich ähnlich wie Krebs-Suppe.

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Schweinestau durch Corona

Die Schweinezüchter haben Probleme durch die Corona-Ausbrüche bei den Mitarbeitern von Schlachthöfen. Dadurch ist es dieses Jahr zu einem großen Schweinestau gekommen. Landwirte wie Andreas Puckert in Saerbeck spüren das immer noch - wegen Corona und auch wegen der afrikanischen Schweinegrippe.

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Andreas Puckert
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Mal eben die Schweinezucht runterfahren, geht nicht so einfach. Das ist ein langer Prozess, sagt Landwirt Puckert.

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Andreas Puckert
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Transparente Schweineställe

In den Supermärkten ist nach wie vor billiges Schweinefleisch gefragt. Ohne die Tierzucht im großen Stil sind die Preise nicht zu halten. Trotdzem wird die Schweinehaltung oft kritisiert. Und die heimlich aufgenommenen Bilder von verletzten oder toten Schweinen, die in verdreckten Ställen liegen, kennen wir alle. Andreas Puckert zeigt, wie bei ihm auf dem Hof gearbeitet wird bei Facebook, YouTube und Besuchern vor Ort. Er setzt auf Transparenz und versucht mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

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Andreas Puckert
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Digitale Führung auf dem Hof Puckert in Saerbeck

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Denis Puls in Neuenkirchen geht einen anderen Weg der Schweinehaltung. Er hat nur rund 60 Tiere, überwiegend von der alten Rasse „Buntes Bentheimer Schwein“.

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Denis Puls
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Seine Produkte sind verständlicherweise teurer, als die Massenware in den Discountern. Bei der Vermarktung geht er verschiedene Wege. Fleisch und Wurst werden über zwei Online-Plattformen verkauft. Und dann gibt es noch das Schweine-Leasing.

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Denis Puls
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Bis zur Schlachtung hat der Leasingnehmer die Möglichkeit, sein Tier auch zu besuchen. Das läuft alles super für den Hof Puls, allerdings nur als Nebenerwerb. Um allein davon zu leben, wäre das Vierfache an Schweinen nötig.

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