
Am 08. März ist Weltfrauentag. Klingt erstmal nach Sektempfang oder Mädelsabend, doch an dem Beinamen „Frauenkampftag“ merkst du schon: Es geht vielmehr um Frauenrechte und Emanzipation.
Sozialistische Organisationen haben ihn noch vor dem ersten Weltkrieg ins Leben gerufen, um für ein Wahlrecht für Frauen und die Gleichberechtigung zu kämpfen. Um 1975 haben die USA den Weltfrauentag international ausgerufen.
Der 08. März ist außerdem in u.a. Georgien, Russland, Nepal und auch Berlin zum Feiertag erklärt worden. So einen Feiertag gilt es natürlich zu feiern und sich auch hier in Deutschland bewusst zu machen, wie viel schon für die Rechte der Frauen erreicht wurde. Außerdem macht der Tag darauf aufmerksam, dass Frauen in vielen Teilen der Erde eben noch nicht alle Rechte haben.
Auch hier in Deutschland ist Frau noch nicht vollkommen emanzipiert. Männer müssen viel seltener den Spagat zwischen Haushalt, Familie und Beruf machen als Frauen. Und diese Zusatz-Belastung wird nach Meinung vieler zu selten wertgeschätzt.
Dafür ist es wichtig, dass Frauen auch in der Politik vertreten sind. An unserem Thementag geht es heute um starke Frauen und wir sprechen mit Bildungsministerin Karliczek aus Tecklenburg darüber, wie es ist, Politikerin zwischen vielen Männern zu sein. Sie sorgt sich, dass sich viel weniger Frauen politisch engagieren als Männer.
Große deutsche Unternehmen sollen in Zukunft verpflichtet sein, mindestens eine Frau in ihren Vorstand aufzunehmen, fordert Bundesfrauenministerin Giffey. Das Gesetz komme noch in diesem Jahr. Die Regelung ist für Börsenunternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und mindestens vier Vorstandsmitgliedern geplant. „Wir halten das für absolut zeitgemäß“, sagt Giffey. Ein entsprechender Gesetzentwurf liege bereits im Kanzleramt, hieß es weiter.
Katrin Späte von der Uni Münster beschäftigt sich mit Genderforschung und sie sagt: "Frauen sind rechtlich gesehen in Deutschland komplett Männern gleichgestellt." Doch viele gesellschaftliche Strukturen ändern sich nur langsam. Es gebe immer noch viele Dinge, die wie selbstverständlich die Frauen neben dem Beruf machen, wie etwa die Kindererziehung und die Pflege der eigenen Eltern.
Dass die Frau dem Mann vor Gesetz gleichgestellt ist, heißt nicht, dass sie auch innerhalb der Beziehung die selben Chancen und Möglichkeiten hat. Mehr als jede zehnte Frau erlebt Zuhause Gewalt und die Zahlen steigen weiter. Mehr als 33 Prozent der Straftaten an weiblichen Opfern waren im Jahr 2018 Taten von Männern an ihren Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen. Der entsprechende Anteil bei den männlichen Opfern betrug 5,3 %.