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Thema der Woche aus der Region
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Veröffentlicht: Donnerstag, 26.10.2023 22:00

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Thema diese Woche: Kalkabbau im Teutoburger Wald

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Für einen gemütlichen Spaziergang mit der Familie, zum Entspannen in der Natur oder als Mountainbike-Strecke: Der Teutoburger Wald in unserer Region gilt als Erholungsstätte für die Menschen und als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. An manchen Stellen wird die Natur gestört, zum Beispiel am Steinbruch Lienen-Höste. Dort baut die Firma Dyckerhoff-Buzzi Kalk ab - pro Jahr etwa 500.000 Tonnen Kalkgestein. Das abgebaute Gestein wird ins benachbarte Zementwerk in Lengerich gefahren. Dort wird es für die Herstellung verschiedener Zementsorten eingesetzt. Die fertigen Zemente werden überwiegend für regionale Bauprojekte genutzt.

Für die aktuelle Steinbruchnutzung in Höste wurden sukzessive insgesamt 10 Hektar Wald gerodet, letztmals 2020. Vom europäischen FFH-Recht geschützte Gebiete waren von den Rodungen nicht betroffen. Als Kompensationsmaßnahme für die aktuellen Abgrabungsgenehmigungen wurden 30 Hektar Laubwald aufgeforstet - auf Standorten, wo vorher kein Wald gestanden hat. Weitere 10 Hektar wurden ökologisch aufgewertet: es wurden Fichtenwälder in Buchenwälder umgebaut.

Durch eine Genehmigung aus dem Jahr 1999 ist es möglich, den Steinbruch am Intruper Berg zu erweitern. Die Partei Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Steinfurt um den Bundestagsabgeordneten Jan-Niclas Gesenhues hat jetzt einen offenen Brief an den Landrat Dr. Martin Sommer verfasst, in dem sie fordert, den Kalkabbau im Teutoburger Wald zu stoppen und die Natur zu schonen. Konkret wird der Kreis Steinfurt aufgefordert, den Sachverhalt erneut zu prüfen und ein neues Genehmigungsverfahren einzuleiten. Ein kurzer Auszug aus dem offenen Brief:

"Der Teutoburger Wald ist ein Juwel unserer Region und ein Schatz der Artenvielfalt. Wir müssen diesen Wald erhalten. Genau deshalb muss die weitere Schädigung durch den Kalkabbau endlich ein Ende haben. Ich erwarte vom Landrat Sommer, dass er dieses Thema ernst nimmt und sich keinen schlanken Fuß macht. Der Kreis ist am Zug, das weitere Abbaggern des Teutos zu verhindern und mit allen Beteiligten ins Gespräch über die zukunftsfähige Aufstellung des Wirtschaftsstandorts zu kommen."

Der Kreis Steinfurt weist auf RADIO RST-Nachfrage darauf hin, dass es sich bei der Thematik um ein laufendes Genehmigungsverfahren unter Beteiligung Dritter handelt und gibt deshalb keine weitere Auskunft.

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