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Talsohle durchschritten
© IHK Nord Westfalen
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Talsohle durchschritten

Die Wirtschaft hat den Energiepreisschock aus dem letzten Jahr noch nicht ganz weggesteckt. Das zeigt die jüngste Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen vom Januar.

Veröffentlicht: Freitag, 03.02.2023 13:26

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Die gute Nachricht vorweg: Es ist nicht so schlimm geworden, wie erwartet. Das war am Mittag der Tenor bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen. Der Tiefpunkt sei durchschritten und es gebe eine leichte Entspannung. Die Wirtschaft insgesamt zeige sich widerstandfähig und anpassungsfähig. In Zahlen: 80% der Unternehmen beurteilen ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“.

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Ergebnisse weiter unterdurchschnittlich

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Teil zwei der Wahrheit: Auch wenn die Lage sich „leicht entspannt“ hat, liegen die Ergebnisse der Umfrage vom Januar weiter deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Industrie- und Handelskammer sieht keine Anzeichen für eine Trendwende. Immerhin sind die Unternehmen in der Region wieder etwas zuversichtlicher als noch im Herbst. Knapp jedes dritte hat die Lage als gut bezeichnet, genau wie im Herbst. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die ihre Situation als schlecht bezeichnen, gleichgeblieben.

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Große Unterschiede von Branche zu Branche

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Die Schwankungen von Branche zu Branche sind groß: Während der Einzelhandel sich am besten erholt hat, ist die Industrie aus Sicht der IHK „deutlich angeschlagen“. Fast jedes fünfte Unternehmen ist derzeit nicht zufrieden, drei von vier Unternehmen haben nach wie vor Lieferschwierigkeiten und am schlechtesten geht es denen mit energieintensiver Produktion.

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Prognosen fallen verhalten aus

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Bis jetzt ist es gelungen, höhere Energiepreise weitgehend an die Kund:innen weiterzugeben. Wie lange das noch geht, ist schwer zu sagen. Bei den Prognosen für die nächsten Monate sieht es kaum besser aus. Zuletzt war der Anteil der Unternehmen, die bessere Geschäfte erwarten, auf einem historischen Tiefpunkt von 5%, jetzt liegt er bei knapp 14. „Stagnierende Geschäftserwartungen sind ein schlechtes Zeichen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel, denn das bedeute, dass die Unternehmen nichts Gutes erwarten.

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Unsichere Zeiten für Investitionen

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Schwierige Zeiten auch für Investitionen, denn von der Bundesregierung gibt es noch keine klaren Aussagen zu Strom- und Gaspreisbremse. Für Jaeckel ist klar: Die Zeiten, wo die Kilowattstunde zwei Cent kostete, sind vorbei. Jetzt sehe es eher nach sechs bis neun Cent aus. Hinzu kommen höhere Zinsen und höhere Hürden bei Bankkrediten.

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Gute Fachkräfte haben freie Arbeitsplatzwahl

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Und über allem schwebt - seit Jahren schon - der Fachkräftemangel. Die Wirtschaft hat das erkannt und viele Firmen suchen Personal. Nicht wenige stellen sogar mehr ein als sie brauchen, um gerüstet zu sein, wenn die Babyboomer ins Rentenalter kommen. Gut ausgebildete Fachkräfte haben mehr denn je die freie Wahl unter vielen Arbeitsplätzen.

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Hoffnung auf Menschen aus dem Ausland

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Die Betriebe dagegen schielen immer mehr auf Arbeitskräfte aus dem Ausland. Die IHK plant deshalb für den 09. Mai einen Fachkräftekongress mit Best Practice-Beispielen für Unternehmen, wie gezielte Fachkräfte-Anwerbung im Ausland funktioniert. Im Idealfall werden die Beschäftigten von morgen schon im Ausland sprachlich vorgeschult, um hier möglichst schnell Fuß zu fassen. Dann kommt es nur noch darauf an, dass die Unternehmen sie gut empfangen.

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