
Wir schmeißen zu viel weg!
Mehrere Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr in der Tonne. Die Tafeln würden gern mehr verteilen, stoßen aber an ihre Grenzen. Die Bundesregierung hat eine nationale Strategie, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, aber ob und wann die greift, bleibt fraglich. Letztlich ist Lebensmittelverschwendung auch nicht nur ein Problem von Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums landen in Deutschland jedes Jahr elf Millionen Tonnen noch essbare Lebensmittel im Müll. Noch höher liegt die Zahl laut WWF, der die deutsche Lebensmittelverschwendung mit 18 Millionen Tonnen pro Jahr beziffert.
Das Problem der Lebensmittelverschwendung beginnt jedoch schon bei der Produktion. Greenpeace zufolge geht ein Drittel der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase auf die Lebensmittelproduktion und die Landwirtschaft zurück. Das Niveau der Lebensmittelverschwendung habe eine "deutlich klimaschädliche Wirkung", erklärte Greenpeace.
Ehrgeizige Ziele
Bis 2030 will die Bundesregierung die Lebensmittelverschwendung halbieren und so auch die Zielsetzung der UN-Nachhaltigkeits-Charta erreichen. Klöckner setzt dabei vor allem auf freiwillige Selbstverpflichtungen von Herstellern und Händlern. Im Zuge von regelmäßigen Dialogforen mit Kommunen, Landwirten und Vertretern der Zivilgesellschaft soll das Thema Lebensmittelverschwendung gemeinschaftlich bearbeitet werden.
Die Initiative zur "Nationalen Strategie" ging dabei keineswegs von der Bundesregierung selbst aus. Hintergrund ist die EU-Abfallgesetzgebung, die die Mitgliedsländer zur Müllvermeidung zwingt. Darin ist auch festgeschrieben, dass die Länder regelmäßig Bericht erstatten müssen.
Jugendsünden
Die größten Sünder in Sachen private Lebensmittelverschwendung sind übrigens junge Menschen im Alter von 14 bis 19 Jahren. Das hat eine Forsa-Erhebung unter 1.230 Befragten ergeben, über die die "Welt am Sonntag" berichtete. Demnach gaben 14 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe an, "mehrmals in der Woche" Essbares zu entsorgen. Weitere 31 Prozent gaben an, das "einmal in der Woche" zu tun. Je älter die Befragten waren, desto weniger Essen warfen sie den Angaben zufolge weg.