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Ein in rot-violettes Licht getauchter ehemaliger Schweinestall mit Anzuchttischen für Kräuter und Gemüse
© Stallgrün UG
Viel Platz für Regionales und ein zweites Leben für frühere Schweineställe durch den Anbau von Kräutern und Gemüse – so das Konzept des von der Deutschen Bundessstiftung Umwelt (DBU) geförderten Startups Stallgrün, das Betrieben bei der Umstellung hilft.
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Stallgrün schafft neue Chancen

Stallgrün aus Münster macht frühere Schweineställe zu Gemüsefarmen - und schafft damit für Landwirte ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein.

Veröffentlicht: Mittwoch, 13.05.2026 12:36

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Startup aus Münster macht Schweineställe zu Gemüsefarmen - 125.000 Euro Förderung für regionale Produktion und neue Einnahmen

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Das Münsteraner Startup Stallgrün will ehemalige Schweineställe in moderne Gemüsefarmen verwandeln - und bekommt dafür 125.000 Euro Förderung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück. Das Konzept soll Landwirtinnen und Landwirten helfen, leerstehende Gebäude weiter zu nutzen und sich ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein aufzubauen. Gleichzeitig soll die regionale Produktion von Kräutern und Gemüse gestärkt werden, damit weniger Lebensmittel importiert und über weite Strecken transportiert werden müssen. Nach Angaben der DBU werden in Deutschland jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Gemüse importiert. Zugleich ist die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Genau an diesem Punkt setzt Stallgrün an: Wo frühere Ställe leer stehen, sollen künftig Kräuter und Gemüse wachsen - ganzjährig, regional und unter kontrollierten Bedingungen. Viele ehemalige Schweineställe eignen sich dafür besonders gut, weil sie solide gebaut und meist gut isoliert sind. Statt ungenutzter Gebäude entstehen so neue Produktionsflächen, die landwirtschaftlichen Betrieben eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnen können.

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Die Stallgrün-Gründer Thorsten Lansmann-Niehaus und Judith Ryll im Stall mit Pflanzen in Blumentöpfen in den Händen
© Stallgrün UG
Anbau statt Leerstand: Die Stallgrün-Gründer Thorsten Lansmann-Niehaus und Judith Ryll wollen ehemaligen Landwirtschaftsbetrieben mit Schweinehaltung eine neue, wirtschaftliche Perspektive geben
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Indoor Farming als zusätzliches Standbein für Höfe

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Im Mittelpunkt steht eine automatisierte Anlage, die Bewässerung, Düngung, Belichtung und Klimatisierung steuert. Nach Angaben von Stallgrün lief das System in den vergangenen zwei Jahren schon erfolgreich auf einer Pilotfarm. Ergänzend dazu hat das Startup für verschiedene Kräuter- und Gemüsearten Anbauprotokolle entwickelt. Sie geben vor, wie man Saatgut, Erde, Dünger, Licht und Bewässerungszyklen optimal einsetzt. Für Landwirtinnen und Landwirte soll der Einstieg damit möglichst einfach werden. Stallgrün liefert nicht nur die Technik, sondern unterstützt Betriebe auch bei Vermarktung, Materialbeschaffung und organisatorischen Fragen. So soll aus leerstehenden Stallgebäuden ein zusätzliches Geschäftsfeld werden, das Höfe wirtschaftlich breiter aufstellt. Nach Einschätzung der Gründer ersetzt der Anbau im Stall weder Freiland- noch Gewächshausproduktion. Vielmehr ergänzt er bestehende Formen der Landwirtschaft. Der Vorteil: Kräuter und Gemüse lassen sich unabhängiger von Wetter, Jahreszeit und Klima regional erzeugen. Für Höfe entsteht damit nicht nur mehr Planungssicherheit, sondern auch die Chance auf ein weiteres, zukunftsfähiges Einkommen. Mit der Förderung unterstützt die DBU damit ein Modell, das ökologische und wirtschaftliche Interessen verbindet: weniger Leerstand, mehr regionale Lebensmittel und neue Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe.

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