
Spelle: Eltern kritisieren längere Schulwege
RADIO RST-Hörerin Inja wohnt mit ihrer Familie in Spelle. Die nächste Grundschule ist etwa 700 Meter entfernt. Doch dort werden Injas Kinder wohl nicht eingeschult. Weil die Gemeinde plant, die Schuleinzugsbereiche zu verändern.
Veröffentlicht: Dienstag, 12.05.2026 07:58
Vom Fenster aus kann Familie Sterthaus die Grundschule in Spelle sehen. Doch Injas Töchter werden wahrscheinlich in einem anderen Ortsteil zur Schule gehen. Nach den geplanten neuen Einzugsbereichen für die Grundschulen werden die Töchter im Ortsteil Venhaus eingeschult.
Der Schulweg wäre mehr doppelt so lang und gefährlicher, sagt Inja. Im Ortsteil Venhaus ist eine neue, größere Grundschule geplant. Deshalb sollen ab dem Sommer 2028 mehr Kinder aus Spelle im Ortsteil Venhaus zur Schule gehen. Inja hat sich mit anderen betroffenen Familien zusammengetan, mit dem Bürgermeister der Samtgemeinde gesprochen und eine Petition gestartet.
Samtgemeindebürgermeister Matthias Sils zeigt im RADIO RST-Interview Verständnis für die Familien. Gleichzeitig sieht er keine andere Möglichkeit:
Die Gemeinde habe in der Sache nicht komplett frei entscheiden können. Unter anderem gebe es Vorgaben von der Landesschulbehörde. Und der Landkreis habe Bedingungen für den Schülerbusverkehr. Vor einigen Jahren hatte der Samtgemeinderat entschieden, eine neue, dreizügige Grundschule im Ortsteil Venhaus zu bauen. Die Schule dort ist bislang zweizügig. Gleichzeitig soll die Grundschule in Spelle von vier auf drei Züge reduziert und modernisiert werden. So entstehen unter anderem neue Räume für kleinere Lerngruppen.
Der Samtgemeinderat in Spelle entscheidet am 17. Juni 2026 über die neuen Schuleinzugsgebiete. Wenn sie gelten, dürfe die Gemeinde keine Ausnahmen machen, so Sils. Nur die Schulleitung könnten über einen Ausnahmeantrag entscheiden, wenn es pädagogische Gründe gebe.