
Sparkassenfusion Steinfurt
Die Kreissparkasse Steinfurt umfasst bald den gesamten Kreis Steinfurt mit seinen 24 Städten und Gemeinden. Mit der Stadtsparkasse Rheine kommt das letzte noch fehlende Puzzleteil hinzu. Die Bürgermeister von Rheine, Wettringen und Hörstel haben heute (Do., 09.07.) in Rheine den Fusions-Vertrag unterschrieben.
Veröffentlicht: Donnerstag, 09.07.2026 14:13
Kreissparkasse Steinfurt fusioniert mit Stadtsparkasse Rheine
Die neue Kreissparkasse Steinfurt deckt gemeinsam mit der Stadtsparkasse Rheine ab August das gesamte Kreisgebiet des Kreises Steinfurt ab. Mit dem Zusammenschluss fügt sich das letzte bislang fehlende Puzzleteil in die "Sparkassen-Karte" des Kreises ein. Künftig vereint das Institut alle 24 Städte und Gemeinden unter einem Dach. Die Bürgermeister aus Rheine, Wettringen und Hörstel haben heute (Do., 09.07.) den Fusionsvertrag unterzeichnet. Schon am 23. Juni 2026 hatten der Zweckverband der Kreissparkasse Steinfurt und der Rat der Stadt Rheine der Fusion einstimmig zugestimmt. Die rechtliche Fusion startet am 1. August 2026, die technische Zusammenführung folgt im Oktober 2026. So setzen die Beteiligten den Zusammenschluss in zwei Schritten um.
Das bedeutet die Fusion für Kundinnen, Kunden und Belegschaft
Für Kundinnen und Kunden bringt die Fusion vor allem ein stärkeres Institut. Das neue Haus bündelt mehr Finanzkraft, mehr Standorte und mehr personelle Ressourcen. So wollen die Verantwortlichen die Versorgung in der Fläche sichern und zugleich ein leistungsfähiges Angebot für Privatkundinnen und Privatkunden, Unternehmen und Kommunen bereithalten. Für die technische Fusion am Wochenende 24./25. Oktober sind umfassende Erfahrungen aus den Fusionen der letzten vier Jahre (Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup, Sparkasse Lengerich) vorhanden. Sie sollte aus Kundensicht kaum bemerkbar ablaufen, allenfalls mit vorübergehendem Ausfall einzelner Geldautomaten.
Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen die beteiligten Häuser auf Verlässlichkeit. Nach ihren Angaben gilt eine Beschäftigungsgarantie für die gesamte Belegschaft. Der Zusammenschluss soll also keinen Stellenabbau auslösen, sondern eine langfristige Perspektive im neuen Institut schaffen. Hinzu kommen moderne Arbeitsbedingungen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können künftig bis zu drei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten. Dafür stellen die Häuser vollständig eingerichtete Heimarbeitsplätze bereit. Auch als Arbeitgeber will sich die neue Kreissparkasse damit attraktiv positionieren. Nach den vorliegenden Angaben erreicht das Institut bei der Mitarbeiterbeliebtheit Platz 8 von 1.400 Banken bundesweit.
Zwei Zentralen und sichere Perspektiven
Juristisch und technisch nimmt die Kreissparkasse Steinfurt die Stadtsparkasse Rheine auf. Rheine bleibt dennoch ein zentraler Standort: Künftig gibt es in Ibbenbüren und Rheine zwei Zentralen beziehungsweise juristische Hauptsitze. Damit bleibt die Präsenz in der Region auch nach der Fusion deutlich sichtbar. Mit der Fusion endet zugleich ein Kapitel in der Führung der Stadtsparkasse Rheine: Die beiden Rheiner Sparkassenchefs gehen mit dem Zusammenschluss auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Zugleich betonen die Beteiligten, dass der Zusammenschluss sowohl für die Region als auch für die Belegschaft Vorteile bringt. Die Fusion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die BaFin. Das NRW-Finanzministerium hat schon zugestimmt. Wenn die abschließende Freigabe vorliegt, können die Beteiligten den rechtlichen Zusammenschluss wie geplant zum 1. August 2026 vollziehen.
Neubau in Rheine als Signal für die Zukunft
Am Standort Rheine soll die Fusion auch baulich sichtbar werden. Nach aktuellem Stand reißt die Sparkasse das bisherige Gebäude voraussichtlich 2028 ab und ersetzt es durch einen Neubau. Die Eröffnung erwarten die Beteiligten derzeit für 2031.
Geplant ist ein Gebäude, das die Rheiner Innenstadt prägen soll. Nach den vorliegenden Informationen könnte der Neubau näher an den Kardinal-Galen-Ring rücken. So ließe sich das Grundstück besser ausnutzen und eine geschlossenere Bebauung erreichen. Erste Gespräche mit Architekten gab es schon. Nach Angaben der Verantwortlichen soll das neue Gebäude flexible Nutzungsmöglichkeiten bieten, damit es bei Bedarf auch multifunktional nutzbar bleibt. Für die Kreissparkasse Steinfurt wäre das zugleich das größte Bauprojekt ihrer Geschichte.
Die neue Kreissparkasse in Zahlen
Geschäftsjahr 2025:
- Bilanzsumme: 10 Milliarden Euro
- Kundenkredite: 7,2 Milliarden Euro
- Kundeneinlagen: 6,8 Milliarden Euro
- Steuerzahlungen: 30,6 Milliarden Euro
Standorte
- 34 personenbesetzte Standorte
- 33 Selbstbedienungs-Filialen/Geldautomatenstandorte
- 6 Immobiliencenter (Emsdetten, Greven, Ibbenbüren, Lengerich, Rheine, Steinfurt)
- 6 Firmenkundencenter (Emsdetten, Greven, Ibbenbüren, Lengerich, Rheine, Steinfurt)
- 6 Private Banking-Center (Emsdetten, Greven, Ibbenbüren, Lengerich, Rheine, Steinfurt)
- 1 Beratungs-Center digital
- 1 Kunden-Service-Center
Zitate von der Vertrags-Unterzeichung
- "Der Falkenhof in Rheine (Ort der Unterzeichnung) steht wie kein anderer für Ursprung, Wandel und Beständigkeit." Peter Lüttmann, Bürgermeister der Stadt Rheine
- "Der Kreis schließt sich. 50 Jahre nach der kommunalen Neugliederung vollzieht sich das auch in der Sparkassenlandschaft." Martin Sommer, Landrat des Kreises Steinfurt
- Heißt schon lange so - wird dem Namen jetzt gerecht." Rainer Langkamp, Vorstandsvorsitzender
- "Gebe die Verantwortung mit gutem Gefühl an die nächste Generation ab." Thomas Prochmann, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Rheine
- "Die Zeit war reif. Jetzt passt auch der Name Kreissparkasse Steinfurt zu 100%." Martin Sommer
- "Vor ein paar Jahren haben wir über Digitalisierung gesprochen - das war aus heutiger Sicht ein Spaziergang. Jetzt kommt KI - das wird ein Sprint." Rainer Langkamp
- "Schnell, geräuschlos, innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Sondierungsverhandlungen bis hierher, zehn Monate bis zur technischen Fusion - das ist bundesweit einzigartig." Rainer Langkamp
- Der Neubau in Rheine wird ein prägendes Gebäude für die Innenstadt." Rainer Langkamp
- "Die Königsdisziplin ist jetzt, die Häuser kulturell zusammenzuführen." Rainer Langkamp

