
So wirken sich Kriege auf unsere Psyche aus
Erst die Corona-Pandemie, dann der Überfall Russlands auf die Ukraine und jetzt der Nahost-Krieg in Israel und dem Gazastreifen. Jeden Tag werden wir mit Leid und Elend konfrontiert. Ereignisse, die sich belastend auf unsere Psyche auswirken. Hausärztin Dr. Widmer aus Spelle und Psychologe Alfred Gebert aus Münster geben im RADIO RST-Interview Tipps, wie belastend die Thematik wirklich und wie der richtige Umgang in Krisenzeit ist.
Veröffentlicht: Freitag, 10.11.2023 13:35
Depressive und antidepressive Effekte
Zerbombte Städte, gefangene Geiseln und getötete Menschen: Jeden Tag prasseln schlimme Nachrichten aus den Kriegsgebieten in der Ukraine oder im Nahost-Konflikt auf uns ein, die unsere Psyche belasten. Das bestätigt Hausärztin Dr. Widmer aus Spelle gegenüber unserer Redaktion. Schlimme Nachrichten können auch etwas Schlimmes in uns bewirken, sagt sie. Anderseits bestehe auch die Möglichkeit, dass eine erhöhte Bereitschaft in uns hervorgerufen wird, Hilfe zu leisten. Das sei dann ein sogenannter antidepressiver Effekt. Gleichzeitig betont Dr. Wiedmer, dass neben den negativen Ereignissen in der Welt, auch viel Gutes passiert. Es helfe, den Blick auf das Positive zu richten und so seine eigene Psyche zu stärken.
Freizeitaktivitäten als Abwechslung
Auch Psychologe Alfred Gebert aus Münster sagt, es sei keine Lösung, komplett auf den Konsum von Nachrichten zu verzichten. Besser sei es, den Konsum besser zu dosieren und vor allem auch auf positive Nachrichten zu achten. Außerdem helfe es, selbst positiv und optimistisch zu denken. Als Ausgleich zu den schlimmen Geschehnissen in der Welt sei es hilfreich, einen Ausgleich zu schaffen. Zum Beispiel durch sportliche oder kulturelle Aktivitäten. Lässt sich der psychische Druck damit nicht bewältigen, sei es ratsam, einen Psychologen oder eine Psychologin aufzusuchen, so Gebert.