
Rote Karte für U25-Reform
Bei einer gemeinsamen Aktion haben alle kommunalen Jobcenter in Deutschland der Bundesregierung für die U25-Reform die Rote Karte gezeigt. Sie fürchten, dass arbeitslose Jugendliche unter 25 durchs Raster fallen, wenn für sie, wie geplant, zum Jahreswechsel nicht mehr das Jobcenter vor Ort zuständig ist, sondern die Arbeitsagentur.
Veröffentlicht: Freitag, 22.09.2023 11:49
Die Bundesregierung habe vor, Jugendliche und junge Erwachsene im Bürgergeld aus ihren bewährten Hilfe- und Beratungsstrukturen zu reißen, um im Bundeshaushalt Einsparungen zu erzielen, heißt es in einer Resolution des Deutschen Landkreistages und des Deutschen Städtetages. Die kommunalen Jobcenter in NRW planen eine Kampagne und haben außerdem eine Petition auf den Weg gebracht. Das Jobcenter im Kreis Steinfurt ist für fast 3.000 junge Menschen zuständig.
Junge Menschen drohen individuelle Betreuung zu verlieren
Für die Jobcenter-Teams in ganz Deutschland steht fest: Bleibt es bei den Plänen der Bundesregierung, würden Jugendliche und junge Erwachsene schlechter betreut, denn die Arbeitsagenturen hätten nicht die gleichen Möglichkeiten zur Hilfestellung. Jahrelang (seit 2005) aufgebaute Netzwerke und das Vertrauen zu den Beraterinnen und Beratern würden zerstört.
Bundesregierung setzt eigene Errungenschaften aufs Spiel
Die neu eingeführten Instrumente im Bürgergeld, wie z. B. ganzheitliche Betreuung und Coaching kämen gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Beginn ihres Arbeitslebens nicht zugute. Würden Jugendliche und junge Erwachsene nicht rechtzeitig unterstützt, steige die Gefahr späterer Langzeitarbeitslosigkeit und staatlicher Transferleistungen. Und nicht zuletzt: Der Übergang von den Jobcentern zur Arbeitsagentur würde neue Schnittstellen, absehbare IT-Probleme und Doppelstrukturen schaffen.