
Rheine stärkt Schutz vor Starkregen nach Unwettern im Mai
Die Stadt Rheine zieht aus den schweren Unwettern Ende Mai konkrete Lehren. Nach Starkregen, Sturmböen und überfluteten Straßen startet die Stadt ein Maßnahmenprogramm, das bekannte Tiefpunkte, Gullys, Unterführungen und weitere Problemstellen gezielt in den Blick nimmt. Im Mittelpunkt steht die Straßenentwässerung. Nach Sturmböen verstopften Laub, Schlamm und Sedimente zahlreiche Gullys. Dadurch lief Regenwasser nicht schnell genug ab, Straßen und Keller liefen voll. Bis Ende September will die Stadt deshalb rund 12.000 Straßenabläufe kontrollieren und reinigen. Etwa 2.000 Sinkkästen sind schon geleert. Auch die Hinweise aus der Bürgerschaft fließen in die Auswertung ein. Zwischen dem 29. Mai 2026 und dem 17. Juni 2026 gingen über den EMS-Mängelmelder mehr als 480 Meldungen ein, etwa die Hälfte davon betraf die Entwässerung. Diese Rückmeldungen helfen dabei, Schwachstellen im Stadtgebiet genauer zu erkennen und Prioritäten für weitere Maßnahmen zu setzen. Die Verwaltung betont zugleich, dass sich eine Stadt nicht vollständig gegen jedes Extremwetter absichern lässt. Die Regenmengen der beiden Unwetter hatten außergewöhnliche Größenordnungen. Besonders am 31. Mai fiel innerhalb von 45 Minuten so viel Regen, dass das Ereignis statistisch nahezu einem Jahrhundertregen entsprach.
Mehr Rückhalteflächen, bessere Abläufe und klarere Vorsorge
Rheine setzt bei der Starkregenvorsorge nicht nur auf freie Gullys und größere Aufmerksamkeit an bekannten Tiefpunkten. Die Stadt prüft zusätzlich, wo Rückhalteflächen, Entsiegelung, Versickerungsmöglichkeiten und Notwasserwege künftige Schäden begrenzen können. Ziel ist es, Regenwasser bei Extremwetter besser zurückzuhalten, kontrolliert abzuleiten und sensible Bereiche zu entlasten. Besonders im Fokus stehen tiefer liegende Straßen, Unterführungen und stark versiegelte Bereiche. Dazu zählen auch die Bahnhofsunterführungen und die Unterführung an der Berbomstiege. Dort will die Stadt technische, organisatorische und verkehrliche Maßnahmen weiter prüfen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reinigung und Kontrolle der Straßenabläufe. Im Stadtgebiet gibt es rund 18.000 Gullys. Künftig will Rheine die Reinigung stärker risikoorientiert steuern. Das bedeutet: Bereiche mit hohem Laubanfall, bekannte Problemstellen, Baustellenumfelder und sensible Tiefpunkte rücken häufiger in den Fokus.
Positiv fällt die erste Bilanz der Stadt trotz aller Schäden in einem wichtigen Punkt aus: Nach bisherigem Stand gab es keine bekannten Personenschäden. Außerdem blieben Feuerwehr, Technische Betriebe Rheine, Polizei, THW und Stadtverwaltung während der Einsätze handlungsfähig. Die Kläranlage lief selbst nach einem Blitzeinschlag mithilfe von Notstrom weiter.