
Die Wirtschaft ist beim Restart nach Corona auf Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen. Das ist bei einer gemeinsamen Video-Schalte der Industrie- und Handelskammern in Münster und Dortmund deutlich geworden. Die Stufenplanung der Landesregierung deute an, dass eine weitere Öffnung des öffentlichen Lebens bald möglich sein werde. Beide Kammern hoffen, dass eine Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb bald möglich ist, vor allem für Handel und Gastronomie, die am meisten gelitten hätten.
"Jede weitere Woche mit Einschränkungen verschärft die Situation"
Ein bedauerliches Hemmnis sei, dass Tests im Handel erst nach fünf Tagen mit einer Inzidenz unter 50 wegfallen. Jede weitere Woche mit Einschränkungen verschärfe die Situation und es gehe um die Frage „Wer ist dann noch übrig in Handel und Gastro?“ Die Leerstände in den Innenstädten zeigten deutlich, dass Corona viele problematische Entwicklungen verschärft habe, die schon vorher dagewesen seien. Für die Zeit danach brauche es mehr Zusammenarbeit und neues Denken. Konkret geht es um die Frage, was Städte und Gemeinden tun können, um der Geschäftswelt und der Gastronomie zurück in die Spur zu helfen.
Neues Denken in den Innenstädten gefordert
Aus Münster kommt die Anregung, schnell neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln, um mehr Menschen in die Ortskerne und Stadtzentren zu bringen. Die IHK zu Dortmund regt unbürokratische Hilfen an, von vorübergehenden Erweiterungen für die Außengastronomie über eine Liberalisierung des Ladenöffnungs-Rechts bis hin zu zusätzlichen Sonntags-Öffnungen. Es sei wichtig, dem Handel die Möglichkeit zu mehr Umsatz zu geben. Bekleidungs-Geschäfte hätten Herbst-, Winter- und Frühjahrs-Mode im Lager und wüssten nicht, wie sie davon herunterkommen.
Mehr Umsatz-Möglichkeiten schaffen
Vorschlag aus Dortmund: Die Kommunen könnten Flächen für Abverkäufe zur Verfügung stellen, beispielsweise größere Leerstände oder auch Zelte. Eine weitere Hilfe seien Kampagnen wie „Sicheres einkaufen“, Stadtfeste und kulturelle Veranstaltungen oder „Come back-events“ mit städtischer oder Gemeinde-Unterstützung.
Handel und Gastro auf Hilfe der Kommunen angewiesen
Auch die IHK Nord Westfalen hofft, dass die Kommunen Handel und Gastro entgegen kommen, beispielsweise indem sie Pop-up-Stores unterstützen, um kurzfristige Verkaufs-Angebote möglich zu machen. Hier sei auch über neue Nutzungsformen für B- und sogar A-Lagen nachzudenken. Außerdem sei ein neuer Dialog zwischen Vermietern und Mietern nötig, um Dinge möglich zu machen und Lösungen zu finden.
Öffentliche Hand ist jetzt gefragt
Nicht zuletzt haben beide Kammern an das Sofortprogramm des NRW-Städtebauministeriums zur Stärkung der Innenstädte erinnert. Das sei schon vor Corona in die richtige Richtung gegangen. Die Kammern sind mit Städten, Gemeinden und dem Land NRW in Gesprächen, um zu klären, wo Hilfe nötig und möglich ist.