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Ein Mann zieht Geld aus einem Portemmonaie und ein Rettungswagen fährt durch eine Stadt.
© RADIO RST
Wer im Kreis Steinfurt den Krankenwagen ruft, muss dafür vielleicht bald Geld zahlen.
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Rechnung für Rettungswagen?

Hohe Rettungsdienst-Rechnungen sorgen im Kreis Steinfurt für Sorgen. Der Kreis lehnt eine pauschale Entlastung ab und setzt auf Hilfe im Einzelfall.

Veröffentlicht: Dienstag, 05.05.2026 10:54

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Kreis Steinfurt streitet über hohe Rettungsdienst-Rechnungen

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Seit dem 16.04. verschickt der Kreis Steinfurt Gebührenbescheide für Rettungsdiensteinsätze direkt an Patientinnen und Patienten. Der Grund: Die gesetzlichen Krankenkassen haben die bisherige Direktabrechnung beendet und übernehmen nach Angaben des Kreises nicht mehr die gesamten Kosten.

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Kreis lehnt pauschale Entlastung ab

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Der Kreis Steinfurt will keine allgemeine Härtefallregel für hohe Rettungsdienst-Rechnungen einführen. Darüber spricht der Kreisausschuss heute (Di., 05.05.). Einen Antrag der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf eine solche Regelung will die Verwaltung ablehnen. Der Kreis begründet das klar: Er muss die Gebühren nach geltendem Recht erheben. Eine pauschale Ausnahme für alle Betroffenen hält die Verwaltung deshalb für nicht zulässig. Hilfe soll es nur im Einzelfall geben. Wenn Euch eine Rechnung finanziell überfordert, könnt Ihr beim Kreis eine Stundung beantragen. In seltenen Ausnahmefällen kommt auch ein Erlass infrage. Für viele Menschen kommt die neue Praxis überraschend. Bisher haben die Krankenkassen und der Kreis die Kosten direkt miteinander abgerechnet, dadurch musste man meistens nichts selbst zahlen. Jetzt landet der Gebührenbescheid zunächst bei Euch.

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Was Ihr jetzt tun könnt

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Wenn Ihr einen Gebührenbescheid bekommt, solltet Ihr ihn so schnell wie möglich bei Eurer Krankenkasse einreichen und die vollständige Erstattung beantragen. Zahlt die Kasse nur einen Teil, könnt Ihr eine schriftliche Entscheidung verlangen und innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Wichtig bleibt: Eure Zahlungspflicht gegenüber dem Kreis besteht zunächst weiter. Deshalb rät der Kreis dazu, sich frühzeitig zu melden, wenn Ihr Probleme mit der Frist oder mit der Zahlung habt. Zusätzlich kündigt der Kreis eine FAQ-Liste und weitere Informationen für Schulen, Kitas, Beratungsstellen und soziale Einrichtungen an. So sollen Betroffene schneller Hilfe und Antworten finden. Der Kreis betont außerdem: Niemand soll aus Angst vor Kosten auf einen Notruf verzichten. Wenn Ihr einen medizinischen Notfall habt, solltet Ihr weiterhin sofort die 112 wählen.

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