
Das Handwerk im Kreis Steinfurt bewertet das Reformpaket der Bundesregierung positiv. Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf nennt vor allem weniger Bürokratie und steuerliche Entlastung als wichtige Punkte. Auch der Handwerkerbonus bleibt erhalten. Er fällt kleiner aus, trotzdem können Bürger Handwerkerleistungen weiter von der Steuer absetzen. Die Kreishandwerkerschaft verteidigt den Bonus schon seit Monaten als wichtig für Aufträge und Beschäftigung.
Die Handwerkskammer Münster sieht das Reformpaket nicht nur positiv. Sie warnt vor höheren Steuern für viele Betriebe in der Region. Nach Darstellung aus der Debatte zahlen viele Handwerksfirmen Einkommensteuer. Steigt die Belastung bei höheren Einkommen, trifft das vor allem Familienbetriebe. Dann fehlt Geld für Maschinen, Ausbildung und Arbeitsplätze. Diese Sorge passt zu den wiederholten Forderungen des Handwerks nach weniger Belastung und mehr Planungssicherheit.
Ärzte kritisieren neue AU-Regeln
Deutliche Kritik kommt von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Die KVWL lehnt das geplante Aus für die telefonische Krankschreibung ab. Auch die AU-Pflicht ab dem ersten Tag sieht sie kritisch. Die Ärzte warnen vor Millionen zusätzlichen Praxiskontakten, mehr Andrang und weniger Zeit für ernsthaft kranke Menschen. Die Bundesregierung hatte die telefonische Krankschreibung früher selbst als Entlastung für Praxen und Patienten beschrieben.