
Prüfungsbetrug in der Region: Durchsuchungen in Lienen und drei weiteren Städten
Auf dem Ausweis steht der Name des Prüflings. Das Foto zeigt emand anderen - die Person, die an seiner Stelle zur Prüfung erscheint. Mit diesem Trick soll ein Netzwerk bundesweit Prüfungen gegen Geld organisiert haben. Am 30. September 2026 rückten Ermittler deshalb in Lienen, Osnabrück, Melle und Hamm an.
Ein Ausweis, zwei Identitäten - so lief der mutmaßliche Betrug
Nach Erkenntnissen der Polizei bestellten Kunden über Messengerdienste jemanden, der für sie eine Prüfung ablegte. Dafür sollen sie je nach Prüfung mehrere hundert bis mehrere tausend Euro gezahlt haben. Es ging unter anderem um Sprachtests, Einbürgerungstests und Führerscheinprüfungen. Auch Prüfungen für Taxiunternehmer und Sachkundeprüfungen standen auf der Liste, heißt es bei der Polizei. Die mutmaßlichen Organisatoren sollen Ausweise mit dem Namen des Kunden und dem Foto des Stellvertreters beschafft haben. So konnte der Stellvertreter beim Prüfungstermin als angemeldeter Teilnehmer auftreten. Die Ermittler prüfen mindestens 100 Fälle und gehen davon aus, dass die Gruppierung mehr als 250.000 Euro eingenommen hat.
Was die Ermittler in Lienen und den anderen Städten fanden
Die Polizei durchsuchte knapp ein Dutzend Objekte und vollstreckte zwei Haftbefehle. Die Einsatzkräfte nahmen unter anderem Mobiltelefone, Computer, Ausweise, Bargeld und ein Auto mit. Der Verdacht richtet sich gegen neun mutmaßliche Mitglieder der Gruppierung. Weitere Personen sollen einzelne Prüfungen für Kunden abgelegt haben. Die Ermittlungen laufen seit März. Polizei und Staatsanwaltschaft Osnabrück prüfen nun die Funde aus den Durchsuchungen.