
Prozess um eine Verfolgungsjagd im Kreis Steinfurt
Vor dem Landgericht Münster startet am 12. August ein neuer Prozess um eine Verfolgungsjagd im Kreis Steinfurt. Ein Mann wurde dabei Ende Dezember 2022 lebensgefährlich verletzt und überlebte nur knapp.
Veröffentlicht: Freitag, 31.07.2026 07:39
Das Landgericht Münster befasst sich zum zweiten Mal mit dem Fall. Im ersten Prozess gab es einen Freispruch für den damaligen Halter des Autos. Das Gericht sah damals nicht als bewiesen an, dass er am Steuer saß. Nun steht ein 28 Jahre alter Mann aus Vreden vor Gericht. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Der Hintergrund war nach bisherigen Erkenntnissen ein Familienstreit. Das spätere Opfer soll seine getrennt lebende Ehefrau bedroht haben. Danach sammelte sich eine 15-köpfige Gruppe. Mehrere Menschen fuhren mit Autos los und verfolgten den Mann von Hörstel bis nach Rheine.
Angriff mit dem Auto
In Rheine kam es zu einem Tumult. Das Opfer floh später zu Fuß auf ein Feld. Die Ermittler werfen dem Angeklagten vor, den Mann mit einem Auto verfolgt, beschleunigt und mit rund 30 Stundenkilometern erfasst zu haben. Der damals 32-Jährige wurde am Unterschenkel getroffen, über die Motorhaube und Windschutzscheibe geschleudert und knallte nach einem Flug über das Dach auf den Boden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft fuhr der Angeklagte anschließend davon, ohne sich zu kümmern. Nur durch Zufall überlebte der lebensgefährlich Verletzte den Angriff.
Zehn Verhandlungstage geplant
Für den Prozess hat das Landgericht Münster bis zum 24. September 2026 zehn Verhandlungstage angesetzt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer damals wirklich am Steuer saß und wie gezielt der Angriff war.