
In den Tagen nach der Zeitumstellung ist das Risiko für Wildunfälle höher, weil der Berufsverkehr und die Zeiten der Tiere stärker aufeinandertreffen. Besonders betroffen ist der Kreis Steinfurt, der bei Wildunfällen mit Rehwild im Landesvergleich vorne liegt. Könnte eine gezielte Ausweitung der Jagd helfen? Das untersucht der Landesverband für Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW bei einem Pilotprojekt hier bei uns im Kreis Steinfurt.
Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt. In 14 Jagdrevieren dürfen Jäger mit einer Sondergenehmigung bereits ab April statt ab dem 1. Mai jagen. Die Forscher wollen herausfinden, ob die Rehe dadurch bestimmte Straßenabschnitte meiden und es zu weniger Unfällen kommt. Das erklärt Nina Meister vom Landesamt für Verbraucherschutz NRW:
Das heißt, dann haben wir einfach fürs Rehwild Strecken, an denen verschärft bejagt wird und deshalb versuchen sie da gar nicht mehr sich aufzuhalten und, queren vielleicht auch infolgedessen hoffentlich nicht mehr diese Straßenabschnitte.
Bisher hat der Kreis bereits verschiedene Maßnahmen wie Warntafeln, blaue Reflektoren und Geschwindigkeitsbegrenzungen ausprobiert.
Und warum genau im Kreis Steinfurt?
Der Kreis Steinfurt eignet sich für dieses Projekt besonders, weil hier viele Wildunfälle passieren - und weil es hier einen sehr aktiven Arbeitskreis zur Wildunfallprävention gibt, der schon seit Jahren aktiv ist. An dem Pilotprojekt sind deshalb viele Partner beteiligt. Unter anderem die Kreisjägerschaft Kreis Steinfurt, Straßen.NRW, die Verkehrswacht und auch die Kreispolizeibehörde Steinfurt.
Ergebnisse aus Wildunfall-Studie frühestens im Jahr 2027
Ob die zusätzliche Jagd tatsächlich wirkt oder sich die Wildunfälle möglicherweise auf andere Straßen verlagern, ist noch offen. Erste aussagekräftige Ergebnisse könnten frühstens im kommenden Jahr vorliegen. Bis dahin sollten Autofahrer vor allem in der Dämmerung besondere aufmerksam und vorsichtig fahren - um Wildunfälle zu vermeiden.