Pfarrer aus Lengerich protestiert vor Großschlachterei im Kreis Coesfeld

Pfarrer Kossen kritisiert die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen in der Fleischindustrie. Diese erhöhen das Infektionsrisiko. Am Wochenende protestierte der Pfarrer mit Plakaten vor dem Werkstor in Coesfeld.

© Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

Am Wochenende hat ein Pfarrer aus Lengerich vor der Coesfelder Großschlachterei protestiert. In dem Unternehmen haben sich knapp 200 Leiharbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Pfarrer Kossen aus der Lengericher Pfarrei Seliger Niels Stensen macht so auf die nach seinen Angaben schlechte Arbeits- und die katastrophale Wohnsituation aufmerksam. Samstag protestierte er mit einem Plakat vor dem Werkstor.

Die Arbeitsmigranten wohnen meist zusammen mit mehreren in einem Zimmer, so Kossen. Seit vielen Jahren kritisiert er die unmenschlichen Zustände vor allem in der Fleischindustrie. Viele der Osteuropäer würden kein Deutsch sprechen. Das mache die Vermittlung der Hygieneregeln sehr schwierig.

Für Kossen kommen die Vorfälle nicht überraschend. Vor einiger Zeit hatte er schon einen offenen Brief an NRW-Arbeitsminister Laumann aus Hörstel und den niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil geschrieben. Kossen fordert einen Systemwechsel: „Ein Mensch, ein Raum – und keine überbelegten Sammelunterkünfte“.

Mit Plakaten protestierte Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich vor dem Werkstor einer Großschlachterei in Coesfeld gegen die Arbeits- und Wohnsituation der Leiharbeiter. Von ihnen haben sich allein am Standort Coesfeld fast 200 mit dem Corona-Virus infiziert. Unterstützung bekam Kossen von Dominik Blum aus Stapelfeld.© Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner
Mit Plakaten protestierte Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich vor dem Werkstor einer Großschlachterei in Coesfeld gegen die Arbeits- und Wohnsituation der Leiharbeiter. Von ihnen haben sich allein am Standort Coesfeld fast 200 mit dem Corona-Virus infiziert. Unterstützung bekam Kossen von Dominik Blum aus Stapelfeld.
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