
Öffis demnächst nur noch für Arme – auch nach Corona. Dieses Szenario zeichnet eine aktuelle Infas-Studie, die gerade für reichlich Wirbel sorgt: Andreas Schröder vom Fahrgast-Verband Pro Bahn glaubt das nicht.
Schröder sieht gute Zeiten für den Öffentlichen Verkehr kommen – wenn in nächster Zeit bestimmte Dinge passieren. Noch sieht es allerdings anders aus: 50 Millionen €uro Verlust durch weggebliebene Fahrgäste allein auf der Schiene in Westfalen-Lippe – Corona reißt überall Löcher, die der Staat mit Steuergeld stopft. Doch das ist nicht das einzige Problem: Was wird aus den Öffis als angepriesenem Verkehrsmittel der Zukunft wenn auch nach Corona keiner mehr mitfährt, fragt sich auch Schröder.
Ob Saubere Busse und Bahnen allein die Öffis bei der Verkehrswende zum entscheidenden Player machen, sei mal dahingestellt. Ist ja nicht so, als hätte es nicht schon vor Corona Probleme gegeben – hausgemachte Probleme.
Was also tun, um nach Corona wieder den Anschluss zu schaffen, nachdem zwischenzeitlich bis zu 90% der Fahrgäste weg waren? Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe geht davon aus, dass das Bahngeschäft sich nach Corona wieder erholt. Seit Ende des Lockdowns im Mai läuft wieder der Regelfahrplan und auch zum Fahrplanwechsel gestern (So., 13.12.) sind es nicht weniger Züge geworden, damit Platz für Social Distancing bleibt. Andreas Schröder hat so seine Zweifel, ob das reicht, um 80% verlorene Fahrgäste zurück zu gewinnen.
Schröder glaubt nicht, dass Bus und Bahn das Verkehrsmittel der Armen bleiben, nachdem wegen Corona vor allem die weggeblieben sind, die Geld für Alternativen haben, seien es Auto oder E-Bike. Es sieht den Staat in der Pflicht, jetzt nicht nur Löcher zu stopfen, die Corona gerissen hat.
Und nur dann geht die Rechnung auf, dass möglichst jeder das Auto stehen lässt, um seinen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Dass die Landesregierung gerade nochmal 172,5-Millionen €uro Investitionen für den öffentlichen Personennahverkehr beschlossen hat, läßt hoffen...



