
Mehr Geld für Gastro-Beschäftigte im Kreis Steinfurt gefordert
Wer im Kreis Steinfurt in der Gastronomie arbeitet, steht oft stundenlang in der heißen Küche, trägt volle Tabletts durch den Biergarten oder bedient Gäste bis spät abends. Genau diese Arbeit verdient aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bessere Bezahlung. Sie fordert für die Beschäftigten in Hotels, Restaurants und Gaststätten sechs Prozent mehr Lohn. Auch Auszubildende sollen nach dem Willen der NGG mehr bekommen - zusätzlich in Höhe der Kosten für ein Deutschlandticket. Die Gewerkschaft argumentiert: Wenn viele Betriebe händeringend Personal und Nachwuchs suchen, dann muss die Branche für Beschäftigte attraktiver werden.
Viele offene Stellen, zu wenig Personal
Nach Angaben der Gewerkschaft arbeiten im Kreis Steinfurt rund 7.100 Menschen in der Gastronomie. Trotzdem suchen viele Betriebe weiter Verstärkung. Aktuell sind bei der Arbeitsagentur 65 offene Stellen in der Branche gemeldet. Dazu kommen 25 unbesetzte Ausbildungsplätze. Für die NGG ist das ein klares Zeichen: Die Gastronomie hat ein Personalproblem, das sich nicht allein mit Stellenanzeigen lösen lässt. Wer möchte, dass mehr Menschen in Küchen, im Service oder an Theken arbeiten, müsse bessere Löhne und verlässlichere Perspektiven bieten.
Nächste Tarifrunde am Donnerstag
In der ersten Tarifrunde hat es nach Angaben der Gewerkschaft noch kein Angebot der Arbeitgeber gegeben. Die Verhandlungen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband gehen am Donnerstag, 16. Juli 2026, weiter. Die NGG erhöht deshalb den Druck. Sie verweist darauf, dass die Arbeit in der Gastronomie körperlich anstrengend ist - und oft dann, wenn andere frei haben. Für viele Beschäftigte geht es deshalb nicht nur um ein Lohnplus, sondern auch um mehr Anerkennung für ihren Alltag. Nach Berechnungen der Gewerkschaft würde die Forderung für gelernte Köche oder Kellner in Vollzeit monatlich mindestens 164 Euro mehr bedeuten.