Neues Abitur in NRW - so finden es Schülerinnen in Emsdetten

In NRW könnte es ab 2030 eine fünfte Abiturprüfung geben. Schülerinnen aus Emsdetten finden das gut und haben gleichzeitig Angst vor mehr Lernstress.

Stifte und andere Schulmaterialien liegen auf einem Tisch. Auf dem Tisch steht: "Neues Abitur"

Wie sieht das neue Abitur in NRW aus?

Das Land NRW will das Abitur moderner machen. Die Weiterentwicklung des Abiturs soll „zur besseren bundesweiten Vergleichbarkeit des Abiturs führen und den Prüflingen mehr Möglichkeiten geben, ihr Können unter Beweis zu stellen“, teilt das NRW-Schulministerium mit.

Dazu soll unter anderem ab 2030 ein fünftes Prüfungsfach eingeführt werden. Darin schreiben die Schülerinnen und Schüler keine klassische Klausur, sondern erstellen zum Beispiel eine Präsentation. Unter anderem sind Schulleitungen, Elternverbände und Lehrkräftegewerkschaften aktuell aufgerufen, Stellung zu den Plänen zu nehmen. Wenn alles glatt läuft, entscheidet der Landtag bis zum Sommer über die Pläne. Das neue Abitur würde dann zum ersten Mal alle Schülerinnen und Schüler betreffen, die jetzt in der neunten Klasse sind.

Was sagen Lehrerinnen und Lehrer zum neuen Abitur?

RADIO RST hat mit dem Philologenverband im Kreis Steinfurt gesprochen. Die Gewerkschaft vertritt Lehrkräfte an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs. Sie sagt, dass es eine gute Idee ist, das Abitur zu modernisieren. Gleichzeitig weist die Gewerkschaft darauf hin, dass ein neues Prüfungsfach auch mehr Organisation und mehr Unterricht für die Lehrerinnen und Lehrer im Kreis Steinfurt bedeutet. Das werde eine große Herausforderung. Bei den Präsentationsprüfungen sei es wichtig, dass die Prüfungen vergleichbar sind und transparent bewertet werden.

Wie finden Schülerinnen und Schüler das neue Abitur?

Gemischt sind die Reaktionen auch bei Schülerinnen am Gymnasium Martinum in Emsdetten. Schülerin Frieda (14) findet die Idee gut, dass im fünften Prüfungsfach eine Präsentation möglich ist: „Dieses Sich-selbst-Präsentieren braucht man später in jedem Bewerbungsgespräch, und das ist einfach etwas, das man für das Leben braucht und aus dem man ganz viel mitnehmen kann.“ Ihre Mitschülerin Nika (14) schließt sich zunächst an: „Ich finde die Idee an sich gut, dass man selbstständiger arbeiten kann und selber etwas vorbereiten kann. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass es sehr schwierig sein wird, dann noch mehr zu lernen.“ Auch Marlen (14) sagt: "Ich finde es gut, dass man sich auf Themen spezialisieren kann, aber andererseits sind es noch mehr Fächer und man muss noch mehr lernen."

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