
Urenco in Gronau: Kritik an Urananreicherung für britisches Militärprogramm
Die Urananreicherungsanlage in Gronau darf künftig auch Uran für ein britisches Militärprogramm anreichern. Betreiber ist der internationale Konzern Urenco, der neben Gronau auch eine Anlage im niederländischen Almelo betreibt. Die Zustimmung der niederländischen Regierung als Miteigentümerin hat Ende Juni neue Kritik ausgelöst. Anti-Atom- und Friedensinitiativen bewerten die Entscheidung als Tabubruch. Sie werfen Urenco vor, die Grenze zwischen ziviler Nutzung der Kernenergie und militärischer Verwendung zu überschreiten. Damit gewinnt die Debatte um die Urananreicherung in Gronau neue politische Brisanz.
Kritik an ziviler und militärischer Nutzung
Nach Angaben der Kritiker hat die niederländische Regierung das Parlament am 29. Juni über ihre Zustimmung informiert. Sie bemängeln, dass offenbleibe, welchem konkreten militärischen Zweck die Urananreicherung dienen soll. Deshalb seien auch Aussagen zur sicherheitspolitischen Bedeutung und zur Vereinbarkeit mit dem Völkerrecht aus Sicht der Initiativen nicht unabhängig überprüfbar. Die Diskussion um die Anlage in Gronau reicht weit zurück. Seit ihrer Einweihung am 12. Juni 1986, wenige Wochen nach dem Super-GAU in Tschernobyl, steht sie in der Kritik. Gegner verweisen darauf, dass die eingesetzte Zentrifugentechnik nicht nur für zivile Zwecke in der Atomenergie relevant ist, sondern grundsätzlich auch militärisch nutzbar sein kann. Die aktuelle Entscheidung verschärft diese Debatte erneut.