
Der Naturschutzbund im Kreis Steinfurt macht sich große Sorgen um die Qualität des Grundwassers in der Region. Seit Jahren steigen die Nitratwerte in vielen Grundwasserkörpern. Schuld ist aus Sicht des NABUs eine starke Überdüngung auf den landwirtschaftlich genutzten Feldern. Vor allem in der Massentierhaltung falle mehr Kot an, als die Bauern Dünger für ihre Felder bräuchten, sagt Gisbert Lütke, Geschäftsführer vom NABU Kreisverband Steinfurt. Lütke zweifelt daran, dass sich alle Landwirte an die erlaubten Düngemengen halten. Außerdem gebe es dazu viel zu wenig Dünge-Kontrollen auf den Höfen.
Nitrat gilt als gesundheitsschädlich
Gelangt Nitrat in den menschlichen Körper, wird es zu Nitrit umgewandelt und das steht im Verdacht krebserregend zu sein, berichtet Lütke. Wasser gehöre zu den lebenswichtigen Grundlagen des Menschen. Deshalb sei es wichtig, dass etwas passiere. Seit Jahren greife keiner richtig durch. Die neue EU-Düngeverordnung reichten für den Gewässerschutz nicht aus. Der erlaubte Grenzwert für Nitrat im Wasser liegt bei 50 mg pro Liter. Regelmäßig messen Experten vom Landesamt für Natur- Umwelt-und Verbraucherschutz (LANUV) die Nitratwerte in unseren Grundwasserkörpern. Ein Grundwasserkörper liegt meist als großes unterirdischisches Becken unter mehreren Orten. Die Nitratwerte der letzten Jahre findet der NABU besorgniserregend. Im Durchschnitt ist der Nitratwert im Kreis Steinfurt viermal höher als der erlaubte Grenzwert, so Lütke. Trotzdem greife niemand in der Regionalpolitik durch, um diese Entwicklung zu stoppen. Das sei gegenüber den Menschen, die hier leben, verantwortungslos.
Der NABU fürchtet, dass Trinkwasser bald deutlich teurer wird
Der NABU glaubt auch, dass es bald viel aufwendiger und teurer wird, sauberes Trinkwasser herzustellen. Denn unser Trinkwasser darf kein Nitrat enthalten.
Wenn immer mehr Grundwasserkörper in der Region stark nitratbelastet sind, werde es schwieriger mit der Wasserversorgung. Das Wasser wird aufwedig gereinigt, die Gewinnung von sauberem Trinkwasser in den Wasserwerken werde deutlich teurer. Lütke rechnet damit, dass das am Ende einfach an den Verbraucher weitergegeben wird. Der NABU fordert deshalb von der Politik wieder nach dem Verursacherprinzip zu arbeiten. Wenn Landwirte zu viel düngen und dadurch zu viel Nitrat in unser Grundwasser kommt, seien hier mehr Kontrollen nötig. Ändere sich hier nicht ganz schnell etwas, drohe uns eine Nitratbelastung im Wasser, die wahrscheinlich nicht mehr umkehrbar sei.