
Nach dem Tod eines jungen Feuerwehrmannes durch eine Gasexplosion Anfang des Jahres hat ein Richter Haftbefehl gegen eine 17-Jährige erlassen. Die Frau wohnte in dem Haus, in dessen Keller eine Gasflasche explodiert ist. Sie ist dringend tatverdächtig, die Gasflasche geöffnet und die Explosion mit einer Kerze extra herbeigeführt zu haben.
Die Polizei hat die 17-Jährige am Dienstag (05.05.20) in Lienen festgenommen. Ein Richter hat Haftbefehl erlassen, wegen des Verdachts des Mordes. Die junge Frau befindet sich in Untersuchungshaft. Während der monatelangen Ermittlungsarbeit der Mordkommission, fanden Experten des Landeskriminalamtes eine weibliche DNA-Spur an dem Ventil der Gasflasche. Ein Vergleich ergab, dass alle Teile dieser Spur zu der DNA der Beschuldigten passen. Zudem brachte die intensive Auswertung von Handydaten die Ermittler auf die Spur der Jugendlichen.
"Das Motiv für die vorgeworfene Tat ist noch unklar", erläutert Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Die Hintergründe könnten in einer möglichen psychischen Labilität der Jugendlichen zu finden sein. Es besteht derzeit der dringende Verdacht, dass die Beschuldigte in einem Zustand psychischer Instabilität die Gasflasche geöffnet und eine Kerze angezündet hat." Sowohl sie, als auch ihre Familie waren zum Zeitpunkt der Explosion nicht zu Hause.
"Die 17-Jährige bestreitet die Tatvorwürfe", erklärt der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar. "Sie habe die Gasflasche noch nie gesehen und habe keine Erklärung dafür, wie ihre DNA an das Flaschenventil gekommen sei." Im Rahmen der Anhörung beim Haftrichter äußerte sich die Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen dauern an.