
Kreis Steinfurt macht Moore wieder nass
Der Kreis Steinfurt will seine Moore besser schützen und Schritt für Schritt wieder vernässen. Damit startet er im Recker Moor und nimmt auch das Emsdettener Venn in den Blick. Der Grund ist einfach: Nasse Moore speichern viel CO₂. Trockene Moorböden setzen dagegen klimaschädliches CO₂ frei. Für Menschen im Kreis heißt das auch: Moore schützen nicht nur das Klima, sondern auch seltene Tiere und Pflanzen. Außerdem halten sie Wasser in der Landschaft und wirken sich positiv auf das lokale Klima aus. Der Kreisausschuss hat den Plänen gestern (Di., 05.05.) einstimmig zugestimmt. Der Kreistag entscheidet am Montag (11.05.) endgültig darüber.
Warum der Kreis jetzt handelt
Mit der neuen Moorschutzstrategie legt der Kreis Steinfurt fest, welche Flächen er zuerst angeht und wo Wiedervernässung besonders viel bringt. Das Recker Moor steht dabei ganz oben auf der Liste. Dort kann der Kreis vergleichsweise schnell weitere Maßnahmen umsetzen, um mehr Wasser im Moor zu halten. Auch für das Emsdettener Venn sieht die Strategie großes Potenzial. Beide Gebiete gehören zu den wichtigsten Moorflächen im Kreis Steinfurt. Sie speichern Kohlenstoff, bieten bedrohten Arten Rückzugsorte und helfen, den Wasserhaushalt zu stabilisieren. Für die praktische Umsetzung will der Kreis zusätzlich eine Stelle für das Moorbodenschutzmanagement schaffen. Im Haushalt 2026 stehen dafür schon 50.000 Euro bereit. Weitere Projekte und Personal soll der Kreis möglichst über Fördermittel finanzieren.
Was die Pläne konkret bedeuten
Die Strategie schaut sich alle wichtigen Moorflächen im Kreis genau an und ordnet sie nach Priorität. So will der Kreis in den kommenden etwa zehn Jahren dort anfangen, wo Maßnahmen sinnvoll, wirksam und realistisch umsetzbar sind. Erarbeitet hat die Biologische Station Kreis Steinfurt die Strategie in den Jahren 2024 und 2025 gemeinsam mit dem Kreis. Auch Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutzverbände waren in die Abstimmung eingebunden. Für viele Menschen klingt Wiedervernässung zunächst technisch. Gemeint ist aber vor allem: Gräben schließen, Wasser länger in den Flächen halten und trockengelegte Moorböden wieder zu nassen Lebensräumen machen. Genau das bremst den CO₂-Ausstoß und stärkt gleichzeitig die Natur vor Ort.
Über die Wiedervernässung der Moore wird im Kreis Steinfurt seit Jahrzehnten diskutiert - in Emsdetten beispielsweise seit den 1970er-Jahren. Dort scheiterte die Renaturierung bislang vor allem an Widerständen aus der Landwirtschaft, wegen der Nutzflächen, die Generationen vorher dem Emsdettener Venn durch Entwässerung abgerungen hatten.