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Der "EPS-Killer" im Einsatz
© RADIO RST
Der "EPS-Killer" im Einsatz
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Mit dem "EPS-Killer" gegen den Eichenprozessionsspinner

Emsdettener erfindet Raupen-Killer

Veröffentlicht: Donnerstag, 25.07.2019 03:00

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Seit vielen Wochen leiden Menschen in der RADIO RST-Region unter den kleinen Härchen der Raupen. Jetzt hat Dirk Hensing aus Emsdetten ein Gerät entwickelt, dass dem Eichenprozessionsspinner mit heißem Schaum an den Kragen geht. Der „EPS-Killer“ ähnelt optisch einem Hochdruckreiniger. Aus der Lanze kommt 97 Grad heißes Wasser, dem ein spezieller Schaum beigemischt wird. Das heiße Wasser tötet die Raupen. Der Schaumteppich sorgt dafür, dass das Wasser langsamer abkühlt – sicher ist sicher. Der Schaum ist völlig ungiftig und biologisch abbaubar. Er besteht aus Mais- und Kartoffelstärke, Palmkern-Öl und Kokosnusssaft. Die ersten "EPS Killer" werden bald an Städte, Gemeinden und Unternehmen ausgeliefert. Ein Schnäppchen sind sie nicht – rund 20.000 Euro kostet ein Gerät. Um es zu nutzen werden ein normaler Strom- und Wasseranschluss benötigt.

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Mit dem "EPS-Killer" gegen den Eichenprozessionsspinner
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Absaugen und Fressfeinde als Alternativen

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Bisher werden die Raupennester meistens von den Stämmen und Ästen der Eichen abgesaugt und dann vernichtet. So passiert es zum Beispiel auch in Ibbenbüren. Emsdetten geht daneben noch einen anderen Weg. Die Stadt setzt Fressfeinde auf die Raupen an. Seit letztem Jahr hat sie 200 Nistkästen aufgehängt, um Vögel anzulocken. Dabei wird besonders auf Kuckucke, Kleiber und Meisen gesetzt. Es gibt wohl schon erste Erfolge. Da wo sich Vögel angesiedelt haben, sind dieses Jahr weniger Raupennester entdeckt worden. Auch die Gemeinde Neuenkirchen denkt jetzt über die Idee mit den Vögeln nach. Die FDP-Fraktion stützt sich in ihrem Antrag auf die Erfahrungen der niederländischen Stadt Groesbeek. Die hat mit Nistkästen Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen angesiedelt, die die Raupen fressen. Die Eichenprozessionsspinner breitet sich seitdem nicht mehr so stark aus.

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Kleine Härchen mit großer Wirkung

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Für dieses Jahr ist die größte Plage mit den Eichenprozessionsspinnern vorbei. Denn aus den Raupen sind inzwischen harmlose kleinen Falter geworden. Allerdings sind die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners bis zu einem Jahr lang giftig. Sie fliegen teilweise immer noch durch die Luft und lösen allergische Reaktionen aus. Dazu gehören juckendende Pusteln, in schlimmen Fällen auch Atemnot oder ein allergischer Schock. Ob oder wie heftig es einen erwischt, hängt von zwei Faktoren ab - wie viele Brennhaare jemand abbekommt und wie empfindlich der Körper darauf reagiert. 

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"EPS-Killer"-Test

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RADIO RST-Reporter Nicolas Schilgen hat das Gerät mit Andre Felschen von der Hensing GmbH in Emsdetten im Waldfreibad Emsdetten ausprobiert.


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EPS-Killer Beitrag
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